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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
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Muttervölker des modernen Europas wirken wollten. Nach 1933 und während des ganzen Krieges wußte er mit manchen anderen das deutsche Volk wohl zu unter- scheiden von den Wahnsinnigen, die sich, unter Aus- nutzung einer schweren Erkrankung des ganzen Sozial- körpers, des deutschen Staates bemächtigt hatten. So eine Erkrankung kann jedes Volk treffen, keines hat das Recht zu meinen, für immer davor gesichert zu sein. 1940 war es die erste Widerstandstat des Verfassers, unter seinem Dache deutsche und österreichische poli- tische Flüchtlinge zu beherbergen. Niemals wurde im Laufe der folgenden fürchterlichen Jahre bei ihm das gegen die Deutschen übliche Schmähwortboche ge- duldet. 1943 waren es in Dachau deutsche katholische Häftlinge, die ihn aufnahmen und davor bewahrten, gleich zu Anfang in der feindselig unverständlichen Konzentrationslagerwelt unterzugehen. Später waren es nochmals Deutsche, diesmal Kommunisten, die ihn mit auf einKommando nahmen, wo die Arbeit weniger hart und nützlicher für die Gesamtheit seiner französischen Kameraden war.

Heute, wo das französisch-deutsche Spannungsfeld vom Streite der Vergangenheit befreit ist, handelt es sich darum, im täglichen Leben nicht nur die gegenseitige Toleranz, sondern die brüderliche Freundschaft unserer Völker zu schaffen, in einem Europa, das sich durch den Zusammenschluß der Vaterländer aufbaut und nicht durch ihre Unterdrückung. Deutsche und Franzosen sind durch die Technik, die Entfernungen fast aufhebt, zusammengeführt. Sie sind solidarisch in ihrer Stellung zu den großen Fragen der Welt. Sie stehen vor der Auf- gabe, ihre Einzelheime im großen gemeinsamen Haus Europa zusammenzufassen, wo so viele berechtigte materielle und moralische Interessen besser befriedigt werden können. Deutsche und Franzosen müssen also aufhören fern voneinander zu leben. Sie müssen ihre

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