Dokument XI
Dokument xI Aufruf an die Wehrmacht. Entwurf des Generalobersten L. Beck.(Zum Text S. 3g1f.
ind zu Anmerkung 66 auf S. 525) er für Baden
Sıldaten! Tpfer und todesmutig habt Ihr vier Jahre hindurch gekämpft, ohne je zu verzagen, len Gefahren trotzend, unbekümmert um alle Mühen und Leiden, nur durchdrungen tn eisernem Pflichtgefühl und glühender Liebe zu Volk und Vaterland. Keine Aufgabe tr Buch zu schwer, kein Opfer zu groß. Erfüllt von dem Glauben, der Krieg sei ge- ht und notwendig, um das nach dem ersten Weltkrieg geschehene Unrecht wieder gitzumachen und unsere Freiheit zu sichern, seid Ihr in den Kampf gezogen. Zu Lande, hder Luft und auf der See habt Ihr Gewaltiges geleistet und den Lorbeer der Unüber- indlichkeit an Eure Fahnen geheftet. Und trotzdem ist ein Ende des Krieges nicht
ılzusehen. Eure Heimkehr zu Frau und Kindern, nach Haus und Hof zu friedlicher erdet Euch selbst schon oft gefragt
treter
A!beit scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Ihr w ben, wie das zu erklären ist. Antwort habt Ihr nicht gefunden. Denn eine Propaganda, d: vor keiner Lüge zurückschreckt, mit Eurem Heldenmut und Eurem Leben ge- wssenlos spielt, hat Euch den Blick getrübt. In Wirklichkeit ist die Antwort klar und ttfach: Eine Staatsführung, die die Politik nicht mehr als die Kunst des Möglichen isieht und die Erreichung ihrer Ziele nicht mit sparsamstem Kräfteeinsatz anstrebt, itıdern in phantastischen Plänen grenzenloser Eroberungen schwelgt, die überhaupt kine sittlichen Bindungen weder dem eigenen noch einem anderen Volke gegenüber ölkern gelangen. Hieran ur immer
Hannover
iterkennt, kann niemals zu einem Frieden mit den übrigen V ktanen Bure Führer nichts ändern, sie erwirken bei solcher Staatsführung n tißlosere Wünsche. Statteiner weisen Beschränkung auf die wahren Lebensnotwendig- kiten unseres Volkes wurde unter dem Deckmantel einer Neuordnung Europas die Uhterwerfung fast des ganzen Erdteiles betrieben. Die besiegten Völker wurden unter- ocht und ausgebeutet, statt sie durch weise Rücksicht auf ihren nationalen Stolz, auf hien Freiheitswillen und auf ihre Lebensinteressen zu gewinnen und Brücken zu einer uerhaften Verständigung zu schlagen. So hat die Staatsführung die klaren Lehren der Gtschichte, die solches Vorgehen zur Erfolglosigkeit verurteilen, mißachtet und überall tt Vertrauen Haß gesät. Sie hat damit den Weg zu einem baldigen dauerhaften Frie-
Saarbrücken
‚den
den sich hemmungslos verbaut. Wir wünschen keine Versklavung anderer Völker. Die Freiheit, ü vorigen Jahrhundert für Deutschland als köstlichstes Gut völkischen Lebens er- fingen und die wir in gleicher Begeisterung zu hüten haben, muß auch allen anderen Vilkern zugestanden werden. Denn nur auf dieser Grundlage kann die Kluft über- je Ärickt werden, die eine hemmungslose, machtberauschte Politik aufgerissen hat. Ein Neiteres noch droht Euch um den Erfolg Eurer Siege zu bringen, die Ihr unter der führung geschulter und erfahrener Männer erfochten habt: Das»Feldherrngenie« Hitlers, das er in wahnwitziger Verblendung sich selbst angemaßt hat und das ihm von i\ peichelleckern aufs widerlichste angehimmelt worden ist. Wer einen Stiefel besohlen v®ll,muß es gelernt haben. Wer ein Millionenheer führen will, muß die Fähigkeit dazu a den verschiedenen Stufenleitern harten militärischen Dienstes erlernt und bewiesen ken, Seitdem sich Hitler im Winter 1941/42 selbst den Oberbefehl zuerkannt hat, würde durch Eigensinn, Unfähigkeit und Maßlosigkeit die Wehrmacht in Lagen ge- Äncht, vor denen Sachverständige gewarnt hatten und die vermeidbare schwerste Opfer gekostet haben. Der Untergang der 6. Armee bei Stalingrad, der Zusammen- Stich des unüberlegten Unternehmens in Nordafrika, sowie die vergeblichen Opfer auf Süllien sind einzig und allein unfähiger, gewissenloser Führung zuzuschreiben. Hun- dettausende brave Soldaten büßten für Vermessenheit und Eitelkeit eines einzelnen t Leben, Gesundheit oder Verlust der Freiheit. Mit unbarmherziger Kälte hat diese iarung unsägliches Leid, das vermieden werden konnte, in zahllose Familien gebracht.
die unsere Väter


