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Carl Goerdeler und die Deutsche Widerstandsbewegung : mit einem Brief Goerdelers in Faksimile / Gerhard Ritter
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566
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566 Anhang

Kolonialfrage einen im Augenblick noch möglichen, eben skizzierten Frieden schei-° Sirkung: tern zu lassen. Unsere Stellung ist überdies dadurch ungeheuer erschwert, daß in I ferenauf

den besetzten Gebieten und den Juden gegenüber Methoden der Menschenbeseiti- 9 Auchd gung und der Glaubensverfolgung angewendet sind, die niemand vor der Öffentlich- nicht us keit gutheißen kann, die öffentlich niemand verantworten wird und die dauernd als 7 Englands schwere Belastung auf unserer Geschichte ruhen werden. Man kann sie ebensowenig° den Kam wegwischen wie die Blutspuren auf dem Schlüssel zu Blaubarts Kammer. Dagegen ihrerzun ist noch zu erreichen, daß man sich darauf einigt, nach einem gewissen Zeitraum im Rah- englische men der ostasiatischen Bereinigung und eines größeren Weltabkommens auch über Helch, die Beteiligung Deutschlands an Verwaltung und Besitz von Kolonien sich zu ver- 7 genzusc ständigen. Wir müssen einmal lernen, harten Tatsachen politisch ebenso Rechnung zu Meinsarn tragen, wie auch der So/dat gewohnt ist, solchen Tatsachen bei der Kriegführung Wirste nicht aus dem Wege gehen zu können. Kühnheit ohne Tatsachensinn ist leichtfertig. ee. Ger Allmählich läßt sich bei energischer und geschickter Zielverfolgung koloniale Be 7 fireine: tätigung Deutschlands erreichen. Einigung Einkla 10 wäre kin. Weswegen sind diese Ziele noch erreichbar? Sache En a) England und USA haben dasselbe Lebensinteresse wie Deutschland, daß Europa so"| jefirE bald wie möglich zur Ruhe kommt, um ihnen die überquellenden Rohstoffe und Deutsch] Nahrungsmittel abtauschen zu können. Ohne die Wiederingangsetzung dieses als das Tauschverkehrs sind die angelsächsischen Weltreiche verloren. Andere Menschen, Ded; die in gleicher Weise kaufkräftig sind wie die 350 Millionen Europäer, gibt es auf ee 5 dieser Welt nicht. England und Amerika sind wie Deutschland mit Schulden schwer nk belastet; sie hindern diese beiden Weltreiche, die nach dem Kriege auch bei ihnen an- Hin wachsenden Arbeitslosen mit öffentlicher Unterstützung zu befriedigen. Produktive ach E Arbeit ist erforderlich. Wenn also jene Erzeugnisse keine Abnahme finden, so sind Der; schwere soziale und politische Revolutionen eherne Folge. Um den europäischen Rücksich Markt wird England sich bald nach dem Kriege mit USA streiten. Diese Interessen- bed gegensätze sind jetzt schon erkennbar. Naiv wäre es, an die Möglichkeit zu glauben, pl daß man sie während des Kampfes ausnützen kann. kann q Ein solches geordnetes, friedlich arbeitendes Europa ist aber nur zu haben, wenn= f 2 sein Zentrum Deutschland befriedet und befriedigt ist. In. b) Die beiden angelsächsischen Weltreiche haben wie Deutschland ein Lebensinteresse Ne r daran, daß der Bolschewismus nicht weiter nach Westen vordringt. Nur Deutschland e> ei kann den Bolschewismus aufhalten. Wenn Deutschland durch Kriegsverlust und ra N ungünstigen Frieden geschwächt wird, dann findet der Bolschewismus leichteren, ws vielleicht allzu leichten Weg nach dem Westen. ee c) England hat ein Lebensinteresse daran, daß kein starkes Rußland aus diesem Kriege m i A hervorgeht, denn dieses Rußland kann als einzige Macht England auch ohne Flotte rs ge in Indien, in den Meerengen von Konstantinopel, also in Vorderasien und im Fernen ‚Yende Osten empfindlich treffen. Rußland hat seit September 1942 sich diese Möglichkeit Pi durch Verständigung mit Japan offengehalten. Rußland kann, wenn Deutschland den He ka Krieg verliert, sein Verhältnis zu Japan bis zum Bündnis gestalten. Es würde damit"enhaf den Angelsachsen die Niederwerfung Japans unmöglich machen. ‚ndi Der Gegensatz England-Rußland ist in Casablanca erneut offenbar geworden. Es Ei Di wäre kindlich, davon zu träumen, daß sich beide Mächte während des Krieges tren- Yidme nen werden. Dazu haben sie zu nüchterne und kluge politische Führungen. Aber Sen zu

ebenso töricht wäre es, die innere Notwendigkeit ihrer Gegensätze auch nur einen Augenblick zu übersehen. Sie sind auch bei den Versuchen der Finnen, mit Rußland zu einem günstigen Abkommen zu gelangen, in die Erscheinung getreten. Stalin hat die Finnen wissen lassen, daß sie als Vorbedingung für jeden Waffenstillstand

Petsamo und Hangö abtreten müßten. Für England und Schweden sind schon diese j|