Druckschrift 
Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen

22

-

-

-

greift, nur eine Pflicht: Begürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi , als ge­horsame Rinder, und stellt euch nicht gleichwie vormals, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebtet; sondern nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem euren Wandel"( 1. Petr. 1, 13/15). Liebe Brüder und Kommilitonen! Wir sind es unserem einigen Dienstherren Jesus Christus schul­dig, uns nicht von gegenwärtigen Jdeen und menschlichen sungsversuchen der irdischen Problematik berauschen und bezau­bern zu lassen- wenn anders wir Theologi e studenten sein wollen. Es ist uns verboten, Bindungen mit Weltanschauungen und Lebensidealen- welcher Art sie auch seien einzugehen, die andere Ziele haben müssen als sie Gottes Botschaft im Evangelium hat. Ganz einfach darum, weil es für uns das erste Gebot gibt. Sofern wir wirklich die wunderlichen Theologen" sind, müssen wir auch nicht wollen wir!- in den Augen der Su- Kameraden und Kommilitonen wunderlich wandeln. D. h. nicht die Sinne für die Pläne und Ziele einer bestimmten Ge­sinnung" offen haben, sondern sie mit dem Gürtel, mit der Zucht von Gottes Wort und Ziel, das nur im Glauben erkannt wird, gegürtet halten. Von der Ewigkeit des deutschen Volkes und von dem Heldensinn unserer Väter zu singen, ist nicht un­sere Aufgabe und soll nicht unsere Lust sein; denn wer so singt, hat weder die Sinne gegürtet noch ist er nüchtern. Wir sollen uns eben nicht dem Geist einer Zeit ausliefern, der nie der Heilige Geist ist. Wir sollten eben nicht das Heil oder Unheil unseres deutschen Volkes in diesem oder jenen Wirtschaftssystem, in dieser oder jener politischen Erziehung sehen. Was wir sol­len, ist: jeden Tag, wo wir stehen und ein klares Wort sagen müssen, unsere ganze Hoffnung auf die Gnade setzen, die uns bevorsteht in der Offenbarung Jesu Christi ". Unsere ganze Hoff­nung! Gott meint also, daß es grundsätzlich nichts anderes mitten in unserem täglichen Leben zu hoffen gebe als die Gnade, die wahr ist und wahr wird.

Deutsche Theologiestudenten! Wenn man seine Hoffnung, das A und O seines täglichen und zukünftigen Lebens wirklich ken­nen will, muß man vor allen Dingen Gottes Wort stu­dieren in allen Einzeldisziplinen der theologischen Wissen­