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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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solange das Evangelium läuft; und solange können wir fröhlich und unverzagt sein.

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Es mag oft ein einsames Laufen sein, einsam mitten in dem Gewoge und Getriebe unserer Umwelt, wie das ein Jeremia mitten in seinem Volk hat bitter erfahren müssen und wie es der wahrhaftige, treue Gottessohn litt im Garten Gethsemane , da nicht einer von seinen Jüngern mit ihm wachen konnte. Vor dieser Einsamkeit die eine Einsamkeit der Seele, nicht des Leibes sein wird dürfen wir uns darum nicht scheuen, weil sie die Einsamkeit des Wortes Gottes und unseres Herren Christus ist. Erst dann, wenn wir als protestantische Theologen im Dritten Reich so wunderliche Leute geworden sind, daß nie­mand von den Menschen der Welt" mehr mit uns geht, und wir es verlernen, auf Menschen, auch auf Christenmenschen zu bauen dann lernen wir vielleicht erst richtig, was es um den ,, einsamen, wachen Vogel auf dem Dache" ist, der nur das eine Lied zu singen weiß: Verlaß dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; sondern ge­denke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen!"

Wo das Ereignis geworden ist- da hat auch die Bitterkeit der Einsamkeit ein Ende: denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf"( Psalm 27, 10).