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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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sich noch auf ihre Gerechtigkeit verlassen. Wer von uns weiß, daß ein fauler Scheinfriede mit dem wahrhaftigen, dreieinigen Gott für unser Volk katastrophaler, dekultivierender und ent­sittlichender, vor allen Dingen aber unwahrhaftiger denn 1000 Versailler Friedensverträge ist, der darf sich reinen Herzens freuen, wenn die Feuerlohe der Brandfackel ,, Wort Gottes " in allen deutschen Landen und Herzen die Menschen erboste, er­schreckte, verwunderte und verwirrte.

Und das wird kein Spiel mehr für Kinder und erbauungs­süchtige Seelenfreunde sein, sondern eine offene Diskussion und Erregung und Bewegung auf den Straßen und Gassen, in den Palästen und Hütten, unter Familien und Freunden, Eltern und Rindern, Feinden und Brüdern! Du aber, minister verbi divini im Dritten Reich, du hast beharrlich und geduldig zu sein und niemandem auszuweichen, d. h. du sollst immer auf Erden wan­deln mit deinem Volk- aber als wunderlicher Mann, der in allen Wegen des Herrn gedenkt und seinem Volke in die­ser Schau des völkischen Lebens und Strebens predigt, sich doch auch zum Herrn, unserem Gott zu kehren. Glaube nie, dem Volk, den Ungläubigen, den Feinden den Rücken kehren zu kön­nen. Es mag sein, daß uns unsere besten Freunde den Rücken kehren und allein, auf sich gestellt, die Straße des Lebens weiter­ziehen und nichts mehr von uns wissen wollen. Es mag sein, daß die Leute bei dem bleiben, das sie sehen können, und gegen alle Theologenkünste" und" Theologenzänkereien" zu Felde ziehen

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wir haben auch in diesem Falle nicht an uns oder unsere Schätze oder unser Volk, sondern ganz schlicht an Ihn" zu ge denken, der macht daß sein Wort läuft und gepriesen wird und wir erlöst werden von den unverständigen und argen Men­schen", die auch den Apostel Paulus zeit seines Lebens bedrängt haben. Und das auf allen Wegen! Weil Gottes Wort in dem Herren Christus hinter uns hergelaufen ist und heute noch durch die Welt läuft, darum laufen auch die Diener dieses Wortes mit, unbekümmert um alles Ausweichen und Davonlaufen und Entgegentreten der Mitwandernden. Wie uns denn Barm­herzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde"( 2. Kor. 4, 1). Darum, aus keinem anderen Grunde; mag da einer sagen und tun, was er will, liebe Brüder und Kommilitonen: das Laufen hinter unseren Volksgenossen darf nicht aufhören,