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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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mittler darstellen zu können. Unter dem Deckmantel der Liebe oder gar Vernünftigkeit wird gern zugegeben, dich als Theolo­gen mit deinen Geboten und Ansprüchen Gottes verstehen" zu können. Gottes Wort, Jesus Christus , der Heilige Geist, Sünde und Gnade gewiß, aber doch auch und dann werden unter dem kleinen Vorwort sich auf den Herren verlassen" die eigentlichen Worte und Ansprüche genannt, die man zu­sammenfassen kann unter der überschrift sich auf den Verstand verlassen" oder sich auf Götzen und Lügen verlassen"( Jes. 42, 17, Jer. 7, 4). Deutsche Theologen! Wir sollen uns nicht auf solches Gerede von Gott " und göttlichen Dingen einlassen, als ob wir mit diesen Schwätzern und Rednern an einem Tisch sitzen und uns mit ihnen auf einer gemeinsamen Basis verständigen könnten. Die gemeinsame Basis ist nicht da. Und darum sind diese Leute ,, freche und unnütze Schwätzer und Verführer"( Tit. 1. 10), die Gottes Offenbarung und seine Zeugen zugleich in den Verständnisbereich und Geltungsbereich des Menschen einbauen wollen. In der Welt sein" heißt nicht ,, Von der Welt sein"; " In der Geschichte leben" heißt nicht Von und aus der Ge­schichte leben"; ,, Volksnah reden als Theologen" heißt nicht Völ­kisch reden als Theologen"- wenn du dich auf den Herrn verläßt! Darum wiederhole gerade diesen Schwätzern, die nichts Besseres denn eine Schlange sind, die ohne Beschwörung sticht" wie der Prediger spricht( Pr. 10, 11), immer wieder als ein beharrlicher Knecht Gottes die einzige Beschwörung, die der Theologe einer protestantischen Kirche im Munde haben soll und die da heißt in Phil. 3: Wir verlassen uns nicht auf Fleisch" und weiter ,, um meines Herren willen habe ich alles für Scha den gerechnet und achte es für Rot"( Phil. 3, 3 u. 8).

Wenn Deutschlands junge, evangelische Theologen wieder so sprächen, nur in diesem Punkte in einer Einmütigkeit, die die verschiedensten theologischen Schulen gegenstandslos machte, wofern sie sich in diesem formalen Ausgangspunkt, der zugleich Inhalt alles theologischen Redens ist, einig wären- dann wür­den jene losen Reden und Gotteslästerungen vom deutschen Gott", vom ,, artgemäßen Christus", der die Erfüllung all unse­rer Sehnsüchte und Ahndungen" ist, vom heldischen Christen­tum" recht bald dem offenen, ehrlichen Widerspruch aller Deutschen , auch der einst so frommen Vermittler, weichen, die