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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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wir mitten darin- als redliche, nüchterne Theologen, d. i. Diener am Wort?

Gott sei es gedankt, die Mehrzahl der deutschen evangelischen Theologiestudenten glaubt nicht, daß Friede ist, wo doch kein Friede ist. Die Herzen sind voll von Fragen bis zum überfließen. Aber es gibt nicht viel Menschen heute, die ein offenes Ohr dafür haben, noch weniger, die hier praktisch zu helfen wagten. So schweigt der evangelische Theologiestudent still und denkt sich sein Teil, wenngleich er schon ahnt, daß es damit eigentlich noch nicht getan ist.

Wir werden uns alle, wer wir auch seien, fragen müssen, ob wir wirklich schon so weit sind als Theologen wie ein Nikodemus, der sich auf den Weg zum Herrn Christus machte und Ihn nach seiner Mei nung fragte- geschweige, daß wir wie ein Nikodemus uns vor den Feinden Christi zu dem Herren bekennten:

Aus dieser Not vor dem Anspruch unserer Zeit und aus die­ser Gebundenheit an unseren Auftrag als evangelische Theolo­gen ist die folgende Besinnung geschrieben, für mich und euch alle ,,, die sich als gute Streiter Jesu Christi leiden wollen", ,, nach der Kraft Gottes"( 2. Tim. 2, 3 u. 2. Tim. 1, 8). In keinem anderen Streit, in keinem anderen Mut!

Gottes Gnade sei mit uns allen! Amen.

Schwelm , Pfingsten 1934.

PS.:

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ach der Abfassung dieser Zeilen kommt mir ein Aufruf der Fach­schaft der evangelisch- theologischen Fakultät Breslau " vom 7. Mai 1934 in die Hände. Zu diesem traurigen Dokument neuzeitlicher Besinnung" evangelischer Theologiestudenten ist nur soviel zu sagen, daß es in wün. schenswerter Offenheit die theologische Unbildung, Schwarmgeisterei und Unkirchlichkeit junger Kommilitonen offenbart, die es wagen im Namen einer Fachschaft der evangelisch- theologischen fakultät Breslau zu reden.