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KZ Sachsenhausen / im Auftrag des Hauptausschusses "Opfer des Faschismus" herausgegeben von Lucie Großer
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Henkermethoden und Menschlichkeit

Nach sechs Wochen holten mich eines Tages zwei Scharführer aus dem Zellenbau ab, um mich wieder meinem Block zuzuführen. Als ich nach so langer Zeit an die frische Luft und in die völlige Helle des Tages kam, bin ich vor Schwäche doch umgefallen. Der Ohnmachtsanfall muß aber wohl' nur kurze Zeit gewährt haben. Als ich die Augen öffnete, sah ich, wie einer der Scharführer seinen Revolver aus der Tasche nahm und auf mich anlegen wollte. Schnell faßte ich mich und stand wieder auf. ,, Dein Glück", murmelte unzufrieden der SS- Mann.

Auf dem Block angekommen, wurde ich dem Blockführer über­geben. Zur Begrüßung versetzte er mir einen kräftigen Fußtritt und schlug mich mit der Faust einige Male ins Gesicht. Angeb­lich hatte ich die vorgeschriebene Meldung nicht mit der üb­lichen militärischen Akkuratesse vorgebracht.

Im Tagesraum bekamen meine Kameraden bald darauf das Abendessen. Ich mußte an der Tür stehen und zuschauen; für mich gab es kein Essen, weil ich noch nicht registriert war. Kaum war jedoch der Blockführer aus dem Tagesraum heraus, als so­fort unter den Kameraden eine Hilfsaktion für mich eingeleitet wurde. Es war für jeden eine Selbstverständlichkeit, für einen Kameraden, der aus dem ,, Strengen Arrest" kam, von seinem kar­gen Essen abzugeben. Die für mich zusammengebrachte Portion war dann auch so reichlich, daß ich, nach langer, langer Zeit, endlich wieder einmal das Gefühl der Sättigung hatte. Dieser schöne, echte Zug kameradschaftlicher Menschlichkeit bewegte mich innerlich nach all dem schweren Erleben der letzten Wochen sehr tief. Mir wurde es klar: Menschen saßen hier im Folterhaus und wurden von Verbrechern bewacht und geschändet. Die Ver­brecher waren die Beauftragten einer ebenso verbrecherischen Regierung des deutschen Volkes der Regierung des, großen Führers" und, Menschenbeglückers" Adolf Hitler .

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KZ.- Häftling 2470,, Gus ov" bearbeitet von Paul Thal.

Das Lager als Versuchsstation

Die Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurden ungefragt zu den unglaublichsten Experimenten medizinischer und verschiedener anderer Art herangezogen. Eine sogenannte Schuhprüfstelle ließ auf einer eigens hergestellten Schuhprüf­straße die Haltbarkeit von Werkstoffen prüfen. Namentlich die

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