DEN TOTEN KAMERADEN VON SACHSENHAUSEN
Die Kiefern schließen schweigend sich im Kreisder hohen Stämme, die in's Lichte streben, und auf dem Grunde leuchtet aus dem Weiß der namenlosen Asche unserer Toten, die hier verstreut liegt, für ihr ewiges Leben uns mahnend, groß das Dreieck mit dem roten vergossenen Blute wie ein stummer Schrei: Geh', Bruder, nicht als Fremder hier vorbei! Komm näher und verweil im Totenhain; leg' deine Schuhe ab, denn du gehst auf Gebein.
Die Kiefern schweigen ernst; sie wachsen schlicht und kreisen leise aus dem kargen Sand
zu hohem Wuchs in's Freie und in's Licht. Da blick hinauf und fühl uraltes Strömen: in ihm sind unsere Toten anerkannt als Opfer, die wir tief in uns versöhnen. Geh', Bruder, nicht als Fremder von hier fort, die Scham entflamme dir am Menschenmord. So wachse in das menschliche Begreifen und sorg', daß deine Brüder mit dir reifen.
Die Kiefern schweigen ernst; sie wachsen schlicht und kreisen leise aus dem kargen Sand zu hohem Wuchs in's Freie und in's Licht.
Cuno Wojczewski
Univ. Bit Glaceon
22 473 715


