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KZ Sachsenhausen / im Auftrag des Hauptausschusses "Opfer des Faschismus" herausgegeben von Lucie Großer
Entstehung
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eingebaut war, keiner kam dort hinein. Mit Hilfe eines Nach­schlüssels setzte der Vorarbeiter Jupp" den von mir schon er­wähnten Hamburger Antifaschisten Mokry in das Zimmer und ließ diesen sämtliche ankommenden Posthülsen anhalten und öff­nen. Es wurde dabei sehr oft besonders wichtiges Gestapomaterial bekannt. Diese Möglichkeit ging dann leider durch die Auflösung des Kommandos nach dem Tode Heydrichs( des in der Tschechei ermordeten Gestapogewaltigen) verloren. Aber noch andere Un­möglichkeiten waren gerade in diesem Kommando möglich. Der Vorarbeiter freundete sich mit einer jungen Berlinerin an, die in der Adjutantur des RSHA. als Reinmachefrau tätig war. Eine junge, einfache Frau mit einem guten und mutigen Herzen. Was sie alles getan hat, läßt sich gar nicht beschreiben. Daß wir einmal einen Kameraden im Lager von der Ruhr­krankheit mit echtem schwarzen Tee wieder auf die Beine brachten, war ihr Verdienst. Der Tee stammte aus dem Überfluß des Chefs der RSHA . Wieviele illegale Verbindungen zu Ange­hörigen von Antifaschisten hat gerade sie geschaffen. Als dann der Vorarbeiter Jupp im April 1944 mit Franzel zusammen aus dem KZ. flüchtete, war sie es, die beide beherbergte, andere Wohn­stellen beschaffte und sie auch sonst betreute. Ja, sie ging noch weiter, sie ließ das 1. Dienstsiegel des Reichssicherheits- Haupt­amtes verschwinden. Mit Hilfe von Briefköpfen und anderen For­mularen war es dann möglich, behelfsmäßige Papiere für die Flüchtlinge herzustellen. Und das alles, während sie im RSHA . Auch mir arbeitete. Wie gesagt, ein Frau mit Mut und Herz. verhalf sie zu meiner illegalen Verbindung mit meinen Angehöri­gen und damit zu meiner Flucht. Durch sie waren wir neben persönlichen Dingen auch laufend unterrichtet über den Stand der Dinge im antifaschistischen Lager Berlins und Leipzigs .

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Aber es gab auch andere Möglichkeiten, die manchmal fast grotesk anmuten. Als im Lager einmal Quarantäne war, schlief das Kommando Prinz- Albrecht- Straße gleich dort. Während der Weihnachtsfeiertage gelang es dem Vorarbeiter, durch viel Rede­reien und Bestechungen, das persönliche Eigentum Heydrichs, ein Koffer- Radio- Gerät, zu bekommen, mit dem dann lustig Moskau und London gehört wurde. Und das mitten in der Zentrale der Gestapo .

Ähnlich lagen die Dinge bei den anderen Berliner Komman­dos. So habe ich einmal drei Monate in der Parteikanzlei Wil­helmstraße 64 gearbeitet, der Dienststelle des Reichsleiters Bor­mann. Ein pompös eingerichtetes Gebäude. Dort war es mir mög­lich, jeden Sonntag vormittag, während mich ein anderer Kame­rad deckte, in dem dort besonders luxuriös eingerichteten Dienst­

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