Denn das Schicksal hieß: Vergast und verbrannt!" Wieder öffneten sich die Türen und jetzt strömten die Kinder hinein in dichten Scharen, dann schloß sich die Pforte.

Manez strengte seine Sinne auf das äußerste an. Aber er meinte nur das laute Klopfen seines Herzens zu hören. Doch jetzt-- er hatte das Ohr an die hohle Offnung des Wagens gepreßt---, jetzt hat er hohe singende Jammerlaute deutlich vernommen.

111,

,, Ja, das waren Menschenstimmen, Kinderstimmen", das konnte er mit seinem Eide beschwören. Ganz deut­lich vernahm er Hilferufe.

Sie kamen aus dem langgestreckten, flachen Gebäude mit den hohen Schornsteinen heraus. Die Türen waren nun weit geöffnet.

Mord! Tausendfacher Mord!!!

Planmäßig ausgeführt an völlig unschuldigen, deut­schen Menschen.

Die große Kette des Sperrkreises, gebildet von Hun­derten von SS - Soldaten, die Aufsicht führenden SS­Offiziere, die Ärzte in den weißen Kitteln, alle die Leute, die hier zugegen waren und noch in Gruppen herum­standen, das Personal innerhalb des Mordhauses, sie alle waren gleichmäßig beteiligt an dieser furchtbaren Tat. Auf wessen Befehl dieser Mord geschah, war völlig gleichgültig.

Alle, alle waren sie schuldig!!!

Der Boden dröhnte von den stampfenden schweren Schritten der jetzt abziehenden SS- Posten. Die Sperr­kette hatte sich aufgelöst, und sie marschierten an Ma­nez, der immer noch halb besinnungslos auf dem Boden lag, vorüber.

Nun wurden die Gepäckstücke aus den leeren Wag­gons herausgeholt und auf Lastautos verladen. Tau­sende Koffer und Rucksäcke.

Manez sah nur die Räder der Wagen und die eilen­den Füße der Träger vorüberlaufen.

Jetzt ist es Zeit. Jetzt mußte er handeln. Er mußte am

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