Vielleicht sprächen die dort oben mehr. Er brannte dar­auf, der Sache auf den Grund zu gehen. Sein Bluf klopfte in den Schläfen. Angestrengt lauschte er, aber alles blieb still.

Da plötzlich drangen durch die Stille seltsame Laute wie gedämpftes Rufen. Waren es Tierlaute oder Men­schenlaute? Was ging hier vor? Es war nicht zu unter­scheiden.

Aus seiner unbequemen Lage heraus schaute er un­ausgesetzt auf das schwere Stiefelpaar vor ihm, das unruhig hin- und herscharrte.

Endlich ließ sich dieselbe Stimme von vorhin wieder vernehmen.

,, Laß mich los, Kamerad, ich muß abtreten, ich will das nicht mit anhören." Stärker schwollen die Laute durch die Luft. Waren es Menschenstimmen, die nach Hilfe riefen?

Manez horchte weiter und spannte seine Sinne auf das äußerste an.

Jetzt waren es zwei Stiefelpaare, die unruhig durch­einanderfuhren.

,, Memme, ich werde Meldung machen müssen über dich", stieß dieselbe rauhe Männerstimme hervor ,,, du bleibst, oder ich stoße dich mit dem Kolben zu Boden". Ein tiefes Stöhnen war die Antwort.

Manez erkannte den ungeheuren Ernst seiner Lage. Er durfte sich nicht mucksen. Es geschahen fürchter­liche Dinge.

Das Sprechen hatte aufgehört und wieder war voll­kommene Stille.

Die Türen des Duschraumes öffneten sich und ein neuer Strom von Menschen ergoß sich in sein Inneres.

Die Kinder weinten und wollten ihre Mütter und Väter nicht gehen lassen, sie wollten mit hinein. Aber die Tür schloß sich hinter den Erwachsenen und die Kinder blie­ben allein. Man bedeutete ihnen, daß die Mütter und Väter gleich ins Lager kämen, wenn sie gebadet hätten. ,, Ihr werdet sie später alle wiederfinden." Dann gab

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