dern, Feldern und Wiesen brauste der lange Eisenbahn­zug. Das stählerne Band der Schienen dehnte sich unter seiner Last. Seine Waggons waren überfüllt mit Men­schen, die dichtgedrängt auf ihren Koffern und Ruck­säcken saßen. Männer, Frauen und Kinder, alle bunt durcheinander.

Es war einer der letzten großen Transportzüge aus Theresienstadt mit insgesamt 6000 Menschen.

Zwischen den vielen Viehwagen waren auch Personen­wagen mit eingefügt. Hier saßen in den Abteilen die Prominenten; Künstler, Ärzte, Ingenieure und noch viele aus dem Beamtenstab, unter ihnen auch Josef Manez und Hans Anthony.

Da war auch die Frey- Truppe vertreten mit ihrer Haupt­attraktion, Tamara Weinstein, dann das Strauß- Ensem­ble, dann die Ärzte, Professor Dr. Albrecht, der große Augenarzt, Psychiater Prof. Stein und andere bedeu­tende Ärzte, Dr. Ritter nicht zu vergessen. Auch die Ingenieure der Großbetriebe waren darunter.

Die Mehrheit war vergnügt und nicht geneigt, den Kopf hängen zu lassen. Manch launige Spottsucht brach sich Bahn.

Das Unabänderliche ihres Geschickes, wieder an einen anderen, neuen Ort verpflanzt zu werden, und sich dort fremden Verhältnissen anpassen zu müssen, ertrugen sie fast durchweg mit guter Laune.

Leute, wie sie, mit einer überdurchschnittlichen Intelli­genz wußten sich eben klagelos zu fügen. Witz und Geist trug manches liebe Wort hin und her, aber die innere Stimme und Unruhe täuschten doch nicht über die schlimme Lage des Wechsels hinweg.

Anders die Menschen in den vollgepfropften Vieh­wagen, die ließen ungehindert ihren Meinungen freien Lauf.

Einer fragte: ,, Wie ist das nun, wie lange müssen wir noch diese Tortur ertragen?"

Ein zweiter antwortete: ,, Das Vieh hat es besser als wir."

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