ihm, als sollte er das Teuerste, was er besaß, verlieren.
Nur einen Trost hatte er, daß Hans nicht allein ging und den Anschluß an die anderen Freunde hatte.
Alle versprachen sie, nach ihrer Ankunft, sobald es erlaubt sei, zu schreiben. Er solle sich nicht um sie sorgen.
An die Einsamkeit der folgenden Tage mochte Peter nur mit Schaudern denken. Wie er ohne sie alle leben sollte, da er sich auch mit Kitty erzürnt hatte, war unausdenkbar und ihm vorläufig ein Rätsel.
Die ferne Zeit seiner Jugend tauchte vor ihm auf, wo er mit Hans bis spät in die Nacht auf der Terrasse seines Schlosses saß und plauderte. Verzweifelt suchte er die Gedanken zu verscheuchen, um sich ein gefaßtes und ruhiges Aussehen zu bewahren.
In schwerer Qual folgten die wenigen Tage bis zur Abfahrt.
Es kostete Peter große Mühe, sich zu verstellen, zu lächeln, zu scherzen und die Schwere des Abschieds mit einem fröhlichen Wort zu überbrücken. Alle hofften sie auf ein baldiges Wiedersehen mit Peter.
Als Hans Anthony in Begleitung der anderen Herren zur Hamburger Kaserne aufbrach, wo der große Transport bis zu seiner Abfahrt, isoliert von der übrigen Einwohnerschaft Theresienstadts, die kurze Zeit bis zum nächsten Morgen verbringen mußte, war er gerade am Ende seiner Kraft. Länger hätte er sich nicht verstellen können.
Am Morgen, als der Zug seinen Gang durch die StraBen antrat, lag Peter auf seinem Lager. Es war bekanntlich verboten, während Transportzüge gingen, die Straße zu betreten. Höchstens in ganz weiter Entfernung.
Peter hätte weinen mögen, aber trockenen Auges starrte er zur Decke empor und lag stundenlang in der Nacht wach bis zum Tagesanbruch.
22*
Dann begann er mechanisch seine Arbeit.
Durch die sonnenbeschienene Ebene, vorbei an Wäl
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