teilnehmen an der Gestallung unserer ferneren Zukunft, um unsere Ideale aufrechtzuerhalten und unsere Pläne zu verwirklichen."
„ Ich kann nicht, Peter,
Seine Stimme brach ab.
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- ja, wenn Helga
Er hatte eine bittere, grausame Zeit hinter sich und konnte sich innerlich nicht ganz davon loslösen.
Vorgestern war der letzte Abend des Zusammenseins aller Freunde gewesen. Welche Stunden waren das!
Hans versuchte, ihn seiner Freundschaft zu versichern, aber die Worte blieben ihm im Halse stecken. Nur zum Schluß sagte er: ,, Du hast mein Leben reich gemacht. Dir danke ich alles, mein ganzes Können. Ich liebe dich, Peter, wie ich meinen Bruder geliebt hätte, wenn ich einen besäße. Ich wünschte nur, ich könnte es dir vergelten. Nun sollen wir uns trennen, wer weiß auf wie lange. Fast unmöglich dünkt es mich, wenn ich es recht bedenke. Es geht über meine Kraft."
Er hatte sich in tiefster Bewegung abgewandt.
,, Nun, mein lieber Freund, vergessen Sie mich nicht ganz, auch ich erhebe Anspruch auf die Freundschaft Peter Vagas", rief Manez.
,, Und ich! Wo bleibe ich!", rief Dr. Ritter fröhlich. ,, Wir wollen uns den Abschied nicht so schwer machen. Wer weiß, vielleicht werden wir uns bald alle wiedersehen." Er fing mit seiner frischen Stimme an zu singen: ,, Also: Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein, lebt wohl nun, ihr Lieben, geschieden muß sein."
Die Erde brütete fieberhaft unter dem brennenden Kuß der Sonne. Diese Hitze! Am Himmel saß keine Wolke, kein Windhauch regte sich in der Luft. Still und unbeweglich! Die Hitze drohte die Menschen zu ersticken. Man flüchtete von den Straßen, so schnell man konnte. Selbst die Bastei war menschenleer, weil nirgendwo ein Schatten war, um sich vor der sengenden Gluf zu schützen. Es war eben Hochsommer!
Aber noch nie war es in Theresienstadt so heiß gewesen wie in diesem Jahre: 1944.
22 Philipp, Die Todgeweihten
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