leuchtend, während das goldene Licht der Sonne alles überstrahlend sein übriges tat,— während in der wei- ten, großen Welt sich die Menschen ihres Daseins er- freuen durften,—— rüsteten sich in Theresienstadt wiederum Tausende der eingeschlossenen Gefangenen zu einem Abtransport nach dem Osten, wie es nach Aussage vieler hieß.;
Auch Hans Anthony, Josef Manez, Dr. Ritter und viele bekannte Freunde Peter Vagas’ waren in diesen neuen Transport gekommen.
Bis zum letzten Augenblick hatte Peter gehofft, daß die Freunde von den Betriebsleitern reklamiert werden würden, da sie als unenibehrliche Arbeitskräfte galten und dadurch geschützt waren.
Aber leider trog die Hoffnung. Niemand durfte rekla- miert werden._
Während Hans Anthony noch vor wenigen Tagen über seinen Büchern saß, half Peter Vagas seinen Rucksack und Koffer, soweit es die Verordnungen zuließen, pak- ken. Die übrigen Sachen wollte er so lange in Verwah- rung nehmen, bis Hans ihm schrieb und seine Bestim- mung darüber traf.
Seit Monaten— gleich nach dem Tode seiner Frau war er zu Peter zurückgekehrt— lag er wieder auf seinem alten Platz.
In. der ersten Zeit damals war er tief niedergedrückt, ja verzweifelt. Der Freund hatte Mühe, ihn aufzurichten, daß er den Weg ins Leben zurückfände. Wirklich gelang es Peter durch seinen seelischen Einfluß, seinen ziel- bewußten und sicheren Willen, nebst seiner großen Güte, die schwere Herzenswunde, die sich nur langsam schließen wollte, zu heilen.
Zwar hatte Hans Anthony sein früheres, leidenschaft- liches Temperament völlig verloren, aber er beteiligte sich wie früher an allen Gesprächen und Erörterungen. Nur einmal, als Peter die kommende Freiheit erwähnte, wehrte Hans tränenden Auges ab.
Da ermahnte ihn Peter:„Du mußt leben, Hans, und
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