blendendes Licht herein, die Tür flog auf und wahrhaftig, dort stand Peter. Beide Hände hatte er vorgestreckt: ,, Kitty, Kitty, ich bin endlich wieder bei dir, nun ist aller Schrecken zu Ende! Welch ein Glück!"
Der Arzt stand am Bette Kittys, neben ihm die Schwester. Er hielt die Fiebertabelle in der Hand.
,, Sagen Sie, Schwester, was ist denn das? Mein Gott, was hält die Kranke für lange Gespräche. Versteht man, was sie sagt?"
Die Schwester antwortete:„ Ja, mitunter können wir einiges unterscheiden. Leib und Geist wissen voneinander nichts. Sie hat dauernd Fieber. Ihre Gedanken weilen in der Heimat oder bei einem ,, Peter". Mitunter fangen wir Bruchstücke der Sätze auf, wenn sie aufrecht im Bette sitzt und die Hände faltet. Kommen wir aber näher, dann legt sie den Finger auf den Mund und will nicht gestört sein."
Der Arzt beriet mit der Schwester die zu verabfolgenden Medikamente und schritt dem Ausgang zu. Kitty hörte von alledem nichts.
Mitunter am Morgen sah sie klar um sich, aber es dauerte nicht lange, dann wurden ihre Gedanken durch das Fieber in weite Ferne getragen.
Schwester Irina, welche die Schwerkrankenstuben betreute, hatte auch Kitty in ihrer Pflege. Der immer wiederkehrende Name„ Peter" veranlaßte sie, nach Dr. Peter Vagas, der es nur sein konnte, zu suchen. Aber vergeblich.
Schließlich sagte man ihr, daß der ,, Peter" in einen Transport gekommen sei. Danach stieg das Fieber. Sie schwebte lange zwischen Tod und Leben.
Während draußen, hinter den Mauern Theresienstadts der Sommer in den Bergen thronte und alles, was er auf seinem Wege mit seinem Zauberstabe berührte, in ein farbenprächtiges Bild verwandelte, grün, bunt und
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