immer noch im Fieber lag, durch Krankenträger abge­holt und nach dem Hohenelbe- Krankenhaus gebracht. Nun, da Kitty ganz der Ruhe hingegeben war, sträubte sie sich nicht, die zauberischen Bilder der früheren Zeit mit dem wechselvollen Spiel ihrer Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Es war so schön, sich diesem süßen Gift der Verges­senheit hinzugeben und sich in Träume einzuspinnen.

Wenn sie morgens weniger Fieber hatte und die Ge­danken klarer waren, dachte sie immer wieder an Peter, wann er wohl zurückkehre. Nun, da sie krank war, konnte sie ja unmöglich zu ihm gehen.

Ach, wenn er nur ein einziges Mal geschrieben hätte, oder ein Lebenszeichen von sich geben würde, wie würde sie sich freuen.

Von allen war man vergessen.

Auch Nachrichten aus der Heimat bekam sie nicht mehr, vielleicht dachten sie dort, sie läge schon unter der Erde.

Sie lächelte bitter, und heißes Weh trieb ihr die Trä­nen in die Augen. Wie war sie matt, kraftlos und müde. Sie konnte nicht mehr kämpfen, es hätte auch keinen Zweck. Nun ließ sich ihr Zustand nicht mehr ändern. Alles Kämpfen dagegen war Lüge, Feigheit. Man hätte sich nicht wehren sollen, wo so viele Widerstände vor­handen waren. Warum sich nun noch anstrengen? Es würde bald vorbei sein. Wie unsäglich schwach war sie doch. Nicht einmal die Hand konnte sie aufheben.

Aber träumen, wie war das schön. Die Fenster waren geöffnet und Vogelgezwitscher drang herein.

Hinter geschlossenen Augenlidern konnte Kitty die warme Sonne spüren und fühlte sich wohl.

Alle sind sie plötzlich bei ihr, die Geschwister mit glückstrahlenden Gesichtern und Fragen, aber man mag nicht antworten, man sieht sie nur an, und das Herz stockt vor Freude. Wie konnte man denn auch sprechen, wenn man so glückselig war.

Aber nein, die Freude wird noch größer. Jetzt brach

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