Später stellte sich heraus, daß das Trommelfell ge­platzt war.

Dies war nur ein Fall in nächster Nähe Kittys, aber ähnliche Szenen hatten sich an verschiedenen Stellen abgespielt, wie man später erfuhr.

Voller Entsetzen sahen die Umstehenden der Miß­handlung zu.

Mit unterdrücktem Lachen hatte sich inzwischen der uniformierte Teufel entfernt und war den Blicken ent­schwunden.

Peter Vagas hatte den Vorfall im Rücken gehabt. Umdrehen durfte er sich nicht. Aber im Geiste sah er die Szene vor sich.

Eine Übelkeit ohne gleichen stieg in ihm hoch.

Nur mit Mühe konnte er das Erbrechen unterdrücken. Er schämte sich bis in den Grund seiner Seele, weil ein deutscher Mann so tief sinken konnte. Ein Deut­scher!

Es war erstaunlich, wie ein einziger schlechter Cha­rakter, wie Hitler , die Männer seines Kreises beein­flussen konnte und ihre Moral umwandeln. Aus dem einen Hitler gingen Tausende von Hitler hervor und jeder suchte es ihm gleichzutun, ja, ihn zu übertrumpfen. Die Ordner bewegten sich jetzt nur noch wie Mario­netten.

Sinn und ziellos liefen sie umher.

Die ,, Nichtbesichtigung nahm ihren Fortgang.

Kitty sah schon alle Menschen und Gegenstände wie durch einen Schleier. Mühsam hielt sie sich aufrecht. Sie mußte einen irrsinnigen Kampf mit ihren Nerven be­stehen, um nicht zu unterliegen. Aber sie stemmte sich mit Gewalt gegen die immer wieder hervorbrechende Übelkeit. Der Angstschweiß trat ihr aus allen Poren.

Die Versuchung, allen Schrecknissen ein Ende zu machen und sich einfach auf den Boden gleiten zu lassen, war groß.

Immerfort flüsterten ihre Lippen mechanisch diese Worte.

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