dern, Kitty? Wo ich weiß, daß auch du an mir hängst, - laß mir Hoffnung!"
,, Ich glaube, es war gut, daß das Schicksal Sie mir in den Weg geführt hat", sagte Kitty.
,, Du hast begonnen, aus deinem Leben zu erzählen, tue es hinfort häufiger. Die Last wird kleiner und schwindet bald ganz. Wer allein bleibt, stirbt innerlich ab. Darum Kitty, schließe dich nicht ab, sondern sprich! Ich habe genug Mut, alles auf mich zu nehmen."
Sie blieb einen Augenblick stehen und lehnte ihren Kopf an Peters Brust, als suche sie Schutz. Peter schloß seinen Arm um die zarte Gestalt. Ja, er wollte alles Leid der schweren Zeit bannen vor dem Leben, das sich ihm anvertraute.
Nun begann auch Peter zu erzählen. Er schilderte ihr sein inniges Verhältnis zu seiner Mutter, wie durch dieses der Heiratsgedanke verscheucht wurde und die Bekanntschaft mit Frauen immer auf einem freundschaftlichen Fuße blieb, ohne zu einer ernsteren Bindung zu führen.
,, Aber wie dem auch sei, Kitty, viele unvergessene Erlebnisse sind trotzdem darunter, und dankbar bin ich mancher lieblichen Frau um das Geschenk der Stunde.
Aber jetzt in der schwersten Zeit unseres Lebens, wer da aushält und durchhält mit einem als guter Kamerad, wer hier das Martyrium besteht und aus der Gefangenschaft einst als freier Mensch hervorgeht, schafft sich den Kameraden fürs ganze Leben."
,, Ja, Peter, wenn wir gesund aus allem Kampf und aus aller Not befreit werden sollten, so bleiben wir gebunden als treue Kameraden für die Zukunft."
Es war wie ein Schwur. Sie legten die Hände ineinander und sahen sich ernst in die Augen.
Schweigend durchschritten sie die wenigen Straßen. Dunkle Wolken jagten am Himmel dahin und umlagerten drohend die Gipfel der Sudetenkette. Ein mächtiges Gewitter schien im Anzuge zu sein. Und während sich Peter und Kitty noch einmal zum Abschied die
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