sammen. Über Zweifel und Hoffnung lebte in beiden die Gewißheit, einen Menschen gefunden zu haben, dem sie sich vertrauen konnten.

Und das Licht eines herannahenden Glückes flammte über beider Schicksal. Zu zweit dem grausamen Ge­schick die Stirne bieten, das wollten sie. Als sie über den Hof dem Ausgang der Kaserne zuschritten, war der Sturm so heftig, daß Kitty schwankte. Kurz entschlos­sen nahm Peter ihren Arm und zog sie fest zu sich heran.

Draußen, im Gewühl der Hauptstraße unter den vie­len Menschen ging das Vorwärtsschreiten besser, man wurde einfach geschoben.

Endlich langten sie am Eingang des kleinen Kaffee­hauses in der Querstraße an. Sie schüttelten die Nässe aus den Kleidern und den Kopfbedeckungen und eilten darauf in die Garderobe.

Das Kaffee war überfüllt. Peter ließ seinen Blick umherschweifen und entdeckte nahe am Podium einen Stuhl. Sich einen Weg bahnend, sorgte er zunächst da­für, daß Kitty Platz fand.

Der freundliche Saalkellner hatte Dr. Vagas längst bemerkt nud bemühte sich nun, ihm einen zweiten Stuhl zu reichen.

Peter wurde von vielen Seiten begrüßt, auch riefen vom Künstlertisch mehrere Bekannte Grüße herüber. Während die Vorträge ihren programmäßigen Verlauf nahmen, verstummte für eine Weile der ohrenbetäu­bende Lärm der ineinander schwirrenden Stimmen, und man konnte sich einem wirklichen Kunstgenuß hingeben. Peter war unbeschreiblich glücklich. Er sprach wenig, aber er hielt unausgesetzt Kittys Hand in der seinen. Die armen, kleinen, verarbeiteten Hände, die bis auf wenige Freistunden unausgesetzt schaffen mußten.

,, Wie gefällt es Ihnen in der Färberei, Kitty? Wird Ihnen die Arbeit dort nicht zu schwer sein?"

,, Oh, nein! Was die anderen Frauen leisten, muß ich auch können. Es kommen ja alle aus anderen Berufen.

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