Anthony zärtlich. ,, Morgen gehe ich hinauf zum Ältestenraf und werde dort meine Verbindung mit dir beantragen. Mein künftiges Leben lockt mit tausend Schönheiten, und wenn es auch nur ein dürftiger Fleck Erde auf einem Bodenraum sein wird, so werden wir doch das glücklichste Ehepaar, was je die Erde trug, sein.“
Peter war noch wach, als Hans leise ins Zimmer traf. Es war Lichtverbot. Nirgends durfte elektrisches Licht angeknipst werden. Hans trat an sein Lager.
,, Du, Peter, ich habe mich verlobt!" Er flüsterte es nur, aber in seiner Stimme bebte eine Welt voll Seligkeit. ,, Verlobt! Alter Junge, ich gratuliere dir!"
Peter hatte sich aufgerichtet und starrte den neugebackenen Bräutigam aus großen Augen an. Er freute sich aufrichtig über Hans Anthonys Glück. Niemand wußte besser als er, welch' ein Prachtmensch der Hans war, und seine Glückwünsche kamen aus freudigem Herzen.
Ihm war plötzlich schwer ums Herz; wäre er auch nur einen winzigen Schritt weiter in der Bekanntschaft mit der lieblichen Freundin Helgas gekommen. Ein drückendes Gefühl der Sehnsucht war in ihm, seit er damals beim ersten Gruß in ihre wunderschönen, blauen Augen blicken durfte. Was gab ihm überhaupt ein Recht, seine Wünsche mit der jungen Frau zu verbinden? Hatte sie etwa durch einen Blick oder ein Wort auch nur das geringste Interesse bekundet? Ging sie nicht vielmehr stolzer denn je an ihm vorüber?
Plötzlich durchzuckte ihn ein Gedanke. Jawohl, er hatte ein Recht, er durfte danach handeln. Und zwar mit dem Recht der Liebe.
Hatte es jemand laut gesagt? Oder war es nur sein eigenes förichtes Herz?
Hans schlief längst, auch Dr. Werner. Die kräftigen Atemzüge der beiden drangen durch die Stille.-
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