achtet, daß sich manche Zimmerinsassin reine Wäsche vorher angezogen hatte und das schmutzige Zeug, das vielleicht Läuse enthielt, versteckte.
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Der Doktor hatte eine Assistentin bei sich, die auf einem großen Notizblock das Ergebnis der Untersuchung eines jeden Zimmers eintrug, mit genauer Angabe des Namens der von den Läusen befallenen Frauen, deren Alter, Transportnummer, Zeitangabe der Untersuchung selber usw., wonach dann automatisch die von den Läusen Befallenen nach einigen Tagen zur Entwesung abgeholt wurden. Sie kamen in einem riesigen Transport mitsamt es waren immer Tausende von Personen ihrem Gepäck und der Bettrolle in die Baderäume, wo die Entlausung stattfand. Die Reinigung ging folgendermaßen vor sich: Zunächst mußten sich alle völlig nackt ausziehen und ihre Sachen an einem hölzernen Ständer aufhängen, der von einer Wärterin dann in eine Kammer gerolt wurde, damit auch dieses Zeug zur Entwesung gelange. Die nackten Frauen und Mädchen kamen darauf in einen Duschraum, wo ihnen die Schwestern Handtuch und Seife reichten. In diesem Duschraum wurden der Körper und die Haare gründlich eingeseift und gewaschen. Von dort aus kamen die sauberen, nur mit einem Handtuch umlegten nackten Frauen in einen zweiten Raum, wo Ärzte und Pflegepersonal die gereinigten Leute in Empfang nahmen. Einzeln wurden sie auf Pritschen gelegt und ihnen darauf sämtliches Haar abgeschnitten und abrasiert, auch an den Stellen, die man nicht mit Worten benennen kann. Hinterher kamen sie in den ersten Raum zurück und warteten dort so lange, bis die entwesten Kleidungsstücke wieder hereingerollt waren. Dann zogen sie sich an, waren fertig und konnten nach Hause gehen.
Bei der heutigen Untersuchung fand der Läusedoktor zum Unglück des betreffenden Hauses nicht nur eine Menge Frauen in den bewohnten Räumen von Läusen befallen, sondern er fand auch in den Betten und Kleidungsstücken, wie er durch seine Lupe einwandfrei fest
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