Waschkörbe in die Halle, die dazu dienten, die bei der Durchsuchung beschlagnahmten Gepäckstücke hineinzulegen. Darunter waren Thermosflaschen, Thermometer, optische Instrumente, Taschenlampen, Watte, Lichte und Medikamente. Nachdem die Revision beendet war, zeigte es sich, daß tatsächlich die vielen Körbe bis zum Rande mit diesen und ähnlichen Gegenständen angefüllt waren. Danach setzte eine Kommission die Transportnummern der Einwanderer auf kleine Pappschilder, und ein jeder erhielt solche Scheibe mit seiner Nummer umgehängt.
In diesem Moment hörte der Mensch auf, eine Persönlichkeit zu sein. Er wurde selber zu einer Nummer. Genau wie der Zuchthäusler, der seine Nummer trägt.
Wiederum bewegte sich eine lange Schlange durch die gradwinkligen Straßen Theresienstadts, wovon diese Stadt 6 Längestraßen und 9 Querstraßen aufwies. Schnurgerade wie ein Schachbrett mit seinen Linien, klar und übersichtlich dem Auge, lag das Bild der Stadt da. Aber diesen Ecken und Geheimnissen gegenüber befand sich die innere Front; dort waren die ineinandergeschachtelten Höfe von Block zu Block durchbrochen und führten ganze Straßen weit ineinander. Das war die abgesonderte Welt der Häftlinge.
Unentwegt dehnte sich die große Menschenmenge durch die vielen Straßen und wurde Trupp auf Trupp abgelöst, um in die zweistöckigen, kleinen Blockhäuser geleitet zu werden.
Jetzt hielt der Zug vor dem Hause L. 212. Ungefähr 200 Menschen wurden abgetrennt und, von der Torwache geleitet, in den Innenhof des Hauses geführt, wo sie sich aufstellen mußten. Die Transportnummer des einzelnen
44


