sofort machen, daß Sie verschwinden, werde ich die Wache rufen. Sie wollen wohl mich und die schlafenden Leute hier", dabei wies sie auf die alten Damen ,, bestehlen?" Darauf verschwand die Frau sofort.
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Als der Morgen anbrach, erhob sich Kitty frühzeitig und war im Begriff, in den Hof hinunterzugehen. Sie legte ihre Handtasche zu den Sachen Larsons; da sah sie, wie der Mann schon wach lag und mit offenen Augen in starrer Unbeweglichkeit vor sich hinsah. Sie grüßte freundlich, aber er schien sie gar nicht zu bemerken.
Im Hofe waren trotz der frühen Morgenstunde Hunderte von Menschen auf den Beinen; sie umgaben als Schlange teils den Waschraum, teils den Eingang zu der Latrine. Überall standen Wachen, die den Verkehr regelten. Es durften immer nur 10 Personen in die Räume hineingelassen werden. In der Latrine sah es fürchterlich aus, und die Luft war zum Ersticken. Man saß auf Baumstämmen, welche durch einen Querbalken gehalten, Stütze boten. Fünf auf der einen Seite und fünf auf der anderen Seite. Die Frauen hatten jetzt schon nach kaum 24 Stunden des Auf- dem- Boden- Liegens fast alle Durchfall und jammerten über Bauchschmerzen. Der kalte Steinboden der Halle und die Aufregung auf dem Marsche in den vergangenen Stunden, dazu die ungenügende Ernährung hatten ihr übriges getan.
Endlich war Kitty mit ihrer Morgentoilette fertig. Sie hatte zugleich für Larsons den Kaffee mit aus dem Hof heraufgeholt, und jetzt erfrischten sich alle nach der fast durchwachten Nacht an dem heißen Getränk. Es hatte eine wohltuende Wirkung. Nach dieser stürmischen Nacht sollte ein ebenso aufregender Morgen folgen.
Es war seitens der Wachen angekündigt, daß ab 11 Uhr die Kontrolle stattfinden sollte und sämtliche Insassen der Halle aus diesem Grunde ihren Platz nicht verlassen durften.
Wirklich kam gegen 12 Uhr der Lagerkommandant Joeckl mit seiner Begleitung. SS - Leute trugen große
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