Burschen, der neugierig den Zug musterte, seinen Koffer zum Tragen reichen, da erhielt er den Schlag.

Erschrocken war der Bursche fortgelaufen und hatte den Koffer zurückgegeben. Jetzt ging Larson ganz schief, wie ein alter Mann. War der Schlag so heftig gewesen, oder war es die Schmach, geschlagen worden zu sein? Kälte durchschauerte Kittys Körper.

Waren sie Gefangene und jeder Gewalt ausgeliefert? Oder was bedeutete dieser Vorfall, der plötzlich blitz­artig erfolgte?

Ob die andern auch diese Szene beobachtet hatten, die sich sekundenlang vor aller Augen abspielte?-

Kitty wagte sich nicht umzusehen. Gradeaus gingen aller Leute Blicke, und wie Automaten wanderten sie dahin.

Vor einem großen Gebäude hieß es halten.

Es war eine frühere Kaserne und wie ein Hufeisen mit zwei Toreingängen vorne und hinten gebaut.

Vor dem Tor hielten zwei Ghettowachtmänner Posten. Sie hatten scharfe Kontrolle auf jede ein- und aus­gehende Person zu üben. Jetzt warfen sie beobachtende und suchende Blicke auf die draußen vor ihnen ste­hende, harrende Menge und forschten unter den War­tenden nach bekannten Gesichtern.

Daher fragte der eine Posten leise den Zunächstste­henden.

,, Woher seid ihr?"

,, Wir sind alle aus Hamburg ", antwortete der Gefragte.

"

Wir hören hier nur wenig! Ihr armen Teufel, daß euch das los zufallen mußte, zu uns zu kommen. Hier müßt ihr bös' hungern."

,, Hungern?! Man sagte uns, wir kämen in ein Alters­

heim."

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Der Ghettomann brach ab.

,, Ruhig, ruhig!" warnte er leise.

Ein paar SS- Offiziere schritten eben durch das Tor.

Die Gefangenen verhielten sich mäuschenstill.

Als die SS - Leute verschwunden waren, drang eine