voneinander trennen. Es scheint, als ob ihre Pläne und Mitteilungen- sofern sie welche haben- in den Papierhaufen ertrinken, von denen erstickt zu werden die Welt im Begriff steht.
Die Botschaft, nach der die blutende Menschheit sich sehnt, ist weder juristisch, politisch noch diplomatisch. Ein hungernder Mensch braucht nicht Rache, um satt zu werden, er braucht Nahrung. Ein kranker Mensch braucht kein politisches Programm, um gesund zu werden, er braucht Medizin und ärztliche Hilfe. Ein frierender Mensch braucht keine diplomatischen Abkommen, um sich zu wärmen- er braucht Kleidung und Schuhe und ein Heim.
Ein jegliches Wiederaufbauprogramm, das nicht in erster Linie darauf hinausläuft, diese fundamentalen menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen, wird daher zu nichts führen. In all ihrer prosaischen Einfachheit ist nämlich die Befriedigung dieser Bedürfnisse die Bedingung alles Lebens, sowohl des materiellen wie des geistigen und kulturellen.
Denen, die sagen, daß es die Pflicht des Staates sei, diese Aufgaben in Angriff zu nehmen, daß die Regierung und die Führenden sie übernehmen sollten, daß die Aufgaben so groß sind, daß der Einsatz des einzelnen sowieso nicht zählt, will ich antworten:
Der Staat, die Regierungen und die Führenden können viel übernehmen und sie müssen viel übernehmen und es wäre höchst wünschenswert, auf diesem Gebiet auch von ihrer Seite mehr Unternehmungslust und eine handgreiflichere und zielbewußtere Politik zu sehen. Aber so weit darf nie der Staatsbetrieb und die Sozialisierung gehen, daß sie auch die Tätigkeit des einzelnen Herzens und Gehirns übernimmt. Wenn das geschieht, sind wir sehr weit auf dem Abweg zum totalitären Ideal des Nazitums und der ,, Volksdemokratie": Du bist nichts, dein Volk ist alles. Das hieße die eigentliche tragende Idee jeder wahren Demokratie geringschätzen und hintansetzen die Achtung vor dem Menschenwert und seine Behauptung.
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Gerade die Reaktion und der Einsatz des einzelnen zählt,
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