13. Januar 1942
Um acht erschien in meiner Hütte der Polizist, begleitet von zwei Deutschen. Es war dunkel. Schon von weitem sahen wir die Taschenlampe blinken. Es hätte sich um eine Radiokontrolle handeln können gerade jetzt zu dieser Stunde der Nachrichten aus London .
Der Besuch galt mir. Ich solle, sagten sie, nach Lillehammer mit, von dort nach Oslo , wo ich das Warum erfahren werde. Man ließ mir Zeit zum Packen meines Rucksacks. Kari( meine Frau) war ruhig, die Kinder weinten, lächelten aber doch tapfer durch die Tränen, als ich sie verließ.
Dann ging es los. Das Auto stand an der Garage des nahen Sanatoriums. Während unserer Fahrt war der Polizist sehr redelustig. Es lag ihm offenbar daran, die Rolle, die er spielen mußte, zu verbrämen. Als er bei Segalstad Bru ausstieg, wünschte er mir noch ,, baldige Heimkehr"!-
Ich wurde in dem Kreisgefängnis festgesetzt, in Einzelhaft. In meiner Zelle hatte Admiral Tank- Nielsen die vergangene Nacht verbracht. Ich erfuhr von neuen Aktionen gegen Offiziere und die Leute, die dem Königshaus befreundet waren, und dachte mir, daß ich wohl in die letztere Kategorie gehöre- also dann wahrscheinlich ,, sitzen" sollte, bis der Krieg vorbei
war.
6. Februar 1942
Im Gefängnis ist die Stille eine andere als anderswo. Tiefer, dichter, mehr gesättigt mit Gedanken. Für viele drüben in dem Hauptgefängnis ist es schlimm, sie zu bestehen. Für sie ist jeder Tag und das Zusammensein mit all den hundert anderen die Rettung. Denn nachts kommen die entsetzlichen Gedanken. Was wird mit mir geschehen? Wann kommt meine Sache zur Verhandlung? Ob sie überhaupt jemals zur Sprache kommen
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