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Von Tag zu Tag : ein Tagebuch / Odd Nansen ; aus dem Norwegischen übertragen von Ingeborg Goebel
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wohnen, von völlig verkommenen Individuen des üblichen Muselmanntyps bewohnt ist, und daß auch sie zu verschieden­artigsten Versuchen benutzt werden. Ob sie nun an diesen Ver­suchen sterben oder an etwas anderem- das kann ja schließlich gleichgültig sein! Sie sollen ja auf jeden Fall sterben! Ja, wenn etwas Gutes bei diesen Versuchen herauskäme, dann wären sie nicht einmal vergebens gestorben. Und das wäre mehr, als man von den Millionen anderer sagen kann!!

11. April 1945

Heute morgen kam Bescheid, daß das Revier anderswo unter­gebracht werden soll. Unser Krankenhaus, das wir jetzt gerade einrichten, das ich kreuz und quer aufgezeichnet habe, das wir repariert und in Ordnung gebracht haben und das wir jetzt gerade anstreichen! Das ist selbstverständlich nur Schikane vom Lagerführer. Angeblich ist der Grund der, daß man neue Transporte erwartet. Sie müssen Platz schaffen, und die Nor­weger müssen zusammenrücken. Sven hat erreicht, daß der Umzug verschoben wird, bis der nächste Transport weg­gegangen ist. Man erwartet, daß das morgen oder übermorgen geschehen soll. Die Transporte gehen jetzt ohne Unterbrechung bis Schweden . Sie brauchen nicht mehr in Dänenautos hin­überzuwechseln.

Zwischen dem Revier und dem nächsten Block, der außer­halb des Norwegerlagers liegt, hat man dieser Tage einen dop­pelten Stacheldrahtzaun gezogen. Russen, Polen und andere haben diese Arbeit verrichtet und haben manchen Hieb von den Gummistöcken der Kapos bezogen, weil sie nicht schnell genug arbeiteten oder weil sie versuchten, durch den Stachel­draht hindurch mit den Norwegern zu handeln. Heute wurde ihnen mit Peitschenhieben und Gebrüll befohlen, das Ganze wieder abzureißen.

Heute kam ein Transport Dänen. Zweihundert, von einem hiesigen Außenkommando. Die meisten sind Skelette. Eine ganze Anzahl unter ihnen konnte nicht auf den Beinen stehen, sie wurden zum Revier getragen. Fünfzig Mann waren im

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