würde. In seinen Augen liegt ein wehmütiger Zug, der nicht weichen will. Verrät er eine heimliche Angst vor etwas, das noch kommen wird, oder ist es ein Schatten der Erlebnisse. auf den Schlachtfeldern Spaniens ? Peter ist ein deutscher Kommunist und hat in Spanien gekämpft. Er ist ein wirklicher Kommunist, in der guten Bedeutung des Wortes. Er ist ein Idealist, im Gegensatz zu so manchen anderen deutschen Kommunisten hier im Lager, ja im übrigen auch zu manchen norwegischen Kommunisten.
,, Was gibt es Neues, Peter?"
Peter zuckt die Achseln, kommt näher und erzählt mit gedämpfter Stimme die letzten Nachrichten, die aus dem Osten, Westen und Süden kommen. Peter vergißt die Nachrichten aus dem Westen nicht, obwohl dies die Gewohnheit so vieler Kommunisten ist. Von dort komme nichts Gutes, meinen sie. Von dort drohe nur eine neue Tyrannei, ein neuer, gleichzeitig aber alter Erbfeind: der Kapitalismus . Es gehört sich jedenfalls nicht für einen Kommunisten, finden sie, einen Fortschritt im Westen zu betonen. Das könnte ja den Eindruck erwecken, als wenn sie von dieser Seite her etwas erwarteten, ja, als wenn sie recht und schlecht Freunde des Kapitalismus
wären.
Ach nein! Dieser Krieg ist ja nur ein Auftakt zum nächsten: der endgültigen Abrechnung mit den Kapitalisten! Sie zweifeln keinen Augenblick daran, daß Stalin ein geniales Spiel mit den anderen treibt, und daß er derjenige ist, der alle Fäden in der Hand behalten wird, wenn alles vorbei ist.
Peter hat keine epochemachenden Nachrichten heute. Hier und dort geht es etwas voran, aber im großen und ganzen ist es merkwürdig still.
,, Es wird sich hinausziehen", sagt Peter langsam ,,, wir werden uns schon auf einen neuen Kriegswinter vorbereiten müssen."
Eine Pause tritt ein, es ist, als wenn ein Urteilsspruch gelesen wurde. Man muß sich etwas besinnen. Was bedeutet dieses Urteil nun? Es ist Peter, der fortfährt:;, Glaubst du denn immer noch, daß du Weihnachten zu Hause in Norwegen sein wirst?"
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