und zwei zusammen. Ihr Gepäck blieb hier zurück, mit Namen und mit Anschrift.
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Ein qualvolles und düsteres Schweigen lag heute über dem Gefängnis. Während die Stunden schlichen, war's, als wenn die Hoffnung schwände. Langsam, oh, so langsam und so peinigend, doch so unheimlich sicher, bis es Abend wurde und der letzte Rest von Hoffnung mit der Sonne hinter den Hügeln unterging.-
Es waren alles junge, starke Burschen, die meisten von ihnen gerade solche, die beinah alles zu ertragen fähig sind. Noch nie schien es mir wahrer: Wo Leben ist, ist Hoffnung!
Leben! Als wie selbstverständlich habe ich das doch empfunden in diesen jungen Jahren. Und welcher Hoffnung hätte es für uns bedurft? Man kannte immer nur Gewißheit, Siegesrausch und Lebensfreude, die herrliche, verantwortungslose, jubelnde, selbstverständliche Lebensfreude.
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Daß man von Hoffnung sprach, das kam erst später, als wir reifer waren. Für diese jungen Burschen aber kam es plötzlich, mitten in ihrem Frühling, da das Leben sich entfaltet, da die Flügel sich zum ersten Fluge richten. Ich sehe Fillinger vor mir, aufrecht und hell, mit blauem Blick, hart und bestimmt. Sein Gesicht erzählt mir, daß er allem wohlvorbereitet entgegengeht. Er hat den Kampf schon bis zum Ende durchgekämpft und hat gesiegt. Er fällt nicht, ehe er tot ist. Und die anderen auch nicht.-
1. Mai 1942
Sie wurden gestern morgen um zehn Uhr erschossen; ohne gerichtliches Urteil, ohne weitere Umstände.-
Heute morgen um halb acht brachte das Radio die Meldung. Die Namen jedes einzelnen waren im Radio verlesen worden. Jeder Name wie ein Peitschenhieb, ein Stich ins Herz. Namen von Kameraden, mit denen wir doch wochenlang zusammen wohnten, mit denen wir Essen und Tabak geteilt, mit denen wir gescherzt, gelacht...
Heute nachmittag oben beim Obersturmführer, um über seine Gartenanlage mit ihm zu sprechen. Eine halbe Stunde
2 Nansen
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