Druckschrift 
Scholae Portensis A Mauritio Princ. Duce Saxoniae A. D. XII. Cal. Iunias A. MDXLIII Feliciter Conditae Sollemnia Saecularia Diebus XX. XXI. XXII. Maii A. MDCCCXLIII. Pio Festoque Ritu Celebranda Indicit Et Scholae Fautores Et Amicos Omnes His Sollemnibus Ut Benigne Interesse Velint Collegii Magistrorum Portensium Nomine Invitat / C. Kirchner ...
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen

werlgſ er rlältuis au rele Nan Fürle in inden: den 4 on freien, ai wdas in deld iſl, der Gu grifl. Erma der guten ſi iunt). Fr dl zügen desi enschen inähn ite des ynntbe Begril kie sogleicl mt Disposttimat esse ad iney, s nicht se sein missel; vel comyla natürlichehh uht wol aulc- und Tlde J dabin ulh en Geistes i- rlichen Di- teheen feruit-

en, welle 1 als Wfbi lerscbey in :Sündt, ſdo ldentellb uWé- n lassenxiul

2u entzichels. om status lis

3

also der Begriff der Schuld und der Strafe im eigentlichen Sinn: denn vitium ist weder Sünde, noch Erbsünde im eigentl. Sinn. Die Schlussfolge ist diese:

Vitium est, quo ad peccandum proni efficimur i. e. ad consentiendum ei, qꝝοd non convenit (Handlung und Zulassung). Im Gegensatz zu dieser blossen Anlage, Hinneigung zur Sünde ist diese jener consensus ipse(vel praecedens vel consequens actionem 638 A) h. e. culpa ani- mae, qua damnationem meretur vel apud deum rea statuitur. Der Begriff der Sünde wird dar- auf formell bestimmt als Verachtung und Beleidigung Gottes; die materielle Bestimmung quod non convenit(1⁰ 1 7T00012ν) ist nicht zureichend. Auf ihren Begriff und ihre Entstehung wird weiter nicht reflectirt; sie wird wol als daseiende vorausgesetzt, aber nur nach ihrer subjectiven Grenze, nicht nach ihrem objectiven Gehalt bestimmt. Weiter wird die Sünde definirt alsGottes wegen nicht thun, oder nicht unterlassen, was wir glauben seinetwegen thun etc. zu missen.*) Die Sünde sei sonach etwas, das keine Substanz habe, sie bestehe in non osse. Wenn Abaclard hier durch die grammat. Form seiner Defnition verführt auch eine logische Negation im Begriff der Sünde findet, und diese darum für eine blosse Negation hält, so folgt er hier nur der Autorität einiger Zeitgenossen, die jenen Satz bei Wei- tem scharfsinniger ausgeführt haben.(cf. Bossuet Th. 5 edit. Cramer). Glücklicher Weise verlässt Abaelard diese Gedankenreihe, um den obigen Begriff des peccatum als consensus zu- nächst gegen die zu vertheidigen, welche schon die voluntas mali operis ein peccatum nennen. Die mehrseitige Vertheidigung scheint jedoch, wenn man voluntas in dem gewöhnlichen Sinne nimmt, durchaus unpassend. Sie ist es nicht in der Denkweise des Abaelard. Er braucht nämlich, wie das deutlich aus dem Folgenden hervorgeht, voluntas zunächst nicht in dem moralischen Sinne, vom freien Willen, nicht einmal in dem blos psychologischen, wo es die That des praktischen Geistes, das Entäussern seiner Innerlichkeit bezeichnet; vielmehr erkennt auch er den Willen der bösen That insofern schon als Sünde an, als er im Begriff ist, zu je- ner überzugehen; aber ihm ist voluntas zunächst weiter nichts, als jenes vitium, und unter- scheidet sich somit nicht von der Begierde; ja er braucht später in einem Beispiele vom Schlem- mer geradezu dafür das Wort concupiscentica und desiderium(cf. 634 A. 633 D. ubi autem desiderium ibi procul dubio voluntas consistit). Diese concupiscentia ist ihm jedoch nur das phy- sische oder psychische Begehren, kein peccatum, darum verschieden von jenem concupiscere, von dem Christus redet:Wenn Jemand ein Weib ansieht etc. Dieses erklärt Abaelard durch concupiscentiae assentire(cf. 633 C. non concupiscere, sed concupiscentiae assentire est pec- catum). Weil nun diese voluntas nichts mit der Sünde zu thun hat, so kann man auch sündigen(d. h. im moralischen Sinn mit Zurechnungsfähigkeit), ohne es zu wollen. Sein Beispiel vom Knecht, der den ihn verfolgenden Herren tödtet, um sein Leben zu retten, ist hier schlagend gegen ihn selbst. Der Knecht tödtet seinen Herren mit Unrecht(Sünde), denn er hat den consensus gegeben, nicht mit voluntas, denn er will nicht eigentlich den Herren tödten, sondern nur sein Leben retten. Die Argumentation hält nur Stich, sofern wir, wie Abae- lard, zwischen Zweck(Lebenserhaltung) und Mittel(Mord) scheiden, während doch ein jedes Mittel selbst wieder als Zweck betrachtet werden muss, d. h. die Reflexionsbestimmungen im logisch spekulativen Denken wegfallen. Ebenso nun, wie Abaelard hier durch das Ausein- anderreissen der Begriffe zu weit geführt wird, irrt er im Folgenden gegen den Begriff des

*) Indem hier Abaelard den Begriff desGlauben(putare) einschiebt, macht er die Sünde zu etwas ganz Subjectivem. Dies der erste Grund zur jesuitischen Moral. Sie ist ihm nicht id quod a norma iustitiae in deo dissidet, sondern nach dem catholischen Grundsatz heisst es: nihil habet rationem peccati, nisi fiat a vo- lente et sciente.(Andrad.) Es gehört nur noch ein logischer Fehler, die Auseinanderreissung von Zweck und

Mittel, dazu, um den Jesuitism vollständig zu machen. **½