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nig gibt jemals ein dreisilbiges wort, das mit einer der tonlosen partikeln be-, en-, ent- u. s. w. anhebt, den accent von der nächstfolgenden stammsilbe an die partikel ab.
2) Unter den wörtern, die im verse dreisilbig gemessen werden, sind zu unterschieden:— a) diejenigen, welche auf eine wurzelsilbe zwei flexions-, oder eine ableitungs- und eine flexi- onssilbe folgen lassen, wo dann immer die zweite von natur tieftonige in die hebung tritt, die erste und dritte aber gesenkt werden. Beispiele der art sind jedoch selten; ich weiss nur: hang- ünden 41, 308, wonach auch jagünden 4, 342 wird bleiben können, obgleich hier zweisilbiges jägenden zulässig wäre(vergl. die viersilbigen wéissagùndem, äufnemènder); ferner: hermléinen 1, 191; stroewéiner 45, 112; armüete 28, 129; tieflischen 41, 1166 und hailiger 35, 1, ja vielleicht auch in allen übrigen stellen, wo diese wortform gelesen wird(1, 28; 8, 26; 13, 12; 44, 1), obschon sie, bis auf 35, 1, nicht minder gut zweisilbig gemessen in den vers passen würde (vergl. unter den viersilbigen die mit betonter ableitung-ig= ahd.-ig, wohin mundartlich auch heilac fällt, gramm. 2, 293; 1, 368)).— b) Wörter, deren erste von natur betont ist, deren zweite tonloses oder stummes e(i), gleichviel welcher abkunft enthält, und deren dritte entweder ableitende oder wurzelhafte silbe den tiefton hat, zeigen immer die erste und die dritte gehoben, die zweite gesenkt). Beispiele, in denen die dritte ableitung ist, sind: gartenaer 27, 10, 43; peihtigaer 41, 1501(vergl. quaest. Suchenw.§. 26.); kaiserein 12, 94; künigin 20, 77; hüeterin 41, 1097; tilgerin 41, 107; lädelein 11, 65; löckelein 24, 142; mündelein 28, 194; vingerlein 25, 348; vogelein 23, 109; 24, 163; hoffenung 41, 1477; ordenung 38, 348; zaichenung 38, 201 und das in note 7 angeführte lébendig. Der fälle, wo die dritte silbe wurzelhaft ist, sind so viele, dass ich keine besonders hervorheben mag.— c) Sind die beiden ersten silben stämme, die dritte aber ableitung oder flexion, so scheint, wenn man das im versausgange doppelt gehobene und stumpfreimende substantiv púochstàben 25, 60 ausnimmt, die mittelste immer die hebung zu tragen ³), wie: ainträhtig 33, 1; antwürte 11, 190; diemüetig 38, 22; ellende 11, 147; flozgellig 4, 472; inhitzig 41, 677; huofeisen 1, 196; juncfrauwen 41, 1503; petverten 41, 315; pot- schefte 25, 231; vollaister 4, 350; unspaltig 41, 752; tägleichen 40, 178. u. s. w.— d) Auf gleiche weise würden, wenn sie als würklich componiert angesehen werden dürften, durchweg par- tikelverbindungen betont sein, wie: dà gegen, dà wider, dà zwischen; dar über, dar umbe, dar under; her über, her wider; hin gegen, hin über, hin wider.— Auch die interjection aheyà(15, 26) hat den ton auf der zweiten.— e) Wo drei stämme zusammengetreten sind, hat in der regel der zweite die hebung, wenn der erste einem bereits componierten worte vorgeschoben ist, wie: karfreitag 36, 45, 53, 73; ungrüezsam 30, 241; unmaàzleich(unmaezleich) 11, 128; 38, 256; unwerleich 3, 128; wogegen die mittelste silbe gesenkt, die erste und dritte gehoben werden, ist an ein zusammengesetztes wort hinten noch eine wurzel angerückt, wie: sambztagnaht 5, 86; er- baerleich 38, 129;(be-)greifleichait 41, 252. Ausgenommen ist allein läntmarschälk 15, 219(im anfang des verses) ⁵).
III. Viersilbige wörter haben(bis auf solehe formen wie untúgenden, geségente, vertiliget vergl. quaest. Suchenw.§. 4.) immer zwei versaccente zu tragen.
6) zühtigen(-e) 24, 188 und jaerigen(-e) 45, 54 würden zwei hebungen, auf der ersten und zweiten, tragen müssen, wenn bei Suchenwirt mitten im verse eine senkung ausfallen dürfte, woran ich weniger glauben kann, als an verstümmelung der beiden verse.
7) Einzige ausnahme würde lebéndig 25, 357 machen; aber man kann, da anderswo lébendig betont und zwei- silbig gelesen werden muss(14, 329; 41, 92), auch hier die regel festhalten, wenn man entweder kaine statt kain setzt(vgl. 43, 14), oder kain lébendigeu(-e) ändert(vgl. brinnendigiu Parz. 232, 21). Die kürze der wurzelsilbe würde bei Suchenwirt um so weniger gegen diese zweite besserung in anschlag kommen, als er auch einmal(41, 972 die unflectierte form lébendig betont vor folgendem zehänt, gerade wie auch Parz 461, 12 steht lébendic begraàbn.
8) fürdaehtig 36, 34, parmherzig 38, 24, àmehtig 15, 81 und anvehtung 33, 28 fügen sich der regel, wenn in den drei ersten stellen unde für und, in der letzten gnoetet für genocetet gelesen wird(quaest. Suchenw.§. 8). Auch wird man 41, 1018 betonen dürfen gaistléichem, wenn man gefüert in gefüeret bessert; gsanc, welches der text im reime gibt, kann entweder stehen bleiben, oder in sanc(wie 41, 928) geändert werden(vgl. auch 41, 726, wo ich eben so wenig götleichém gewält, wie hier gäistleichém gesänc lesen möchte). Selbst weihnahten 45, 65, das nach meiner früheren deutung(quaest. Suchenw.§. 7) metrisch zu vereinzelt stehen würde, schickt sich in die übliche betonung, sobald man ze in z' verwandelt: z'weihnähten in dem sümer.
9) Denn aälzuohänt(für alzehant) 4, 339; 10, 31;3 13, 137; 14, 234 ist anders zu beurtheilen: hier trat al vor die form zuohänt, dort aber lant vor märschalk.
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