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Scholae Portensis A Mauritio Princ. Duce Saxoniae A. D. XII. Cal. Iunias A. MDXLIII Feliciter Conditae Sollemnia Saecularia Diebus XX. XXI. XXII. Maii A. MDCCCXLIII. Pio Festoque Ritu Celebranda Indicit Et Scholae Fautores Et Amicos Omnes His Sollemnibus Ut Benigne Interesse Velint Collegii Magistrorum Portensium Nomine Invitat / C. Kirchner ...
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bevor wir uns noch nach dem Zwecke umgethan haben, dem er geweihet ist und den er weihet. Denn jene erste Bestimmung eines in klösterlicher Einsamkeit zu führenden frommen und be- schaulichen Lebens scheint ihm nicht mehr zu eigen zu sein. Zwar die Mauer, welche ihn um- giebt, spräche vielleicht dafür, und selbst jener enge Eingang dort mag noch derselbe sein, durch welchen einst in ernster Andacht betende Mönche zu ihrem Kloster aus und eingingen; allein durch ihn muss gleichwohl eine neue Zeit mit andern Lebensgedanken den Weg gefunden und ihren Absichten Raum verschafft haben. Hinter diesen Fenstern suchen wir keine engen Klosterzellen mehr, durch die Bogen des hohen Kirchenchores schimmert es wie Emporen eines protestantischen Gottesdienstes, und in dem alten Denkmale dort zwischen den Gräbern ist das Feuer der ewigen Lampe verloschen. Auch diese Gärten sind keine Klostergärten mehr, in diesen W ohnungen haben sich die Segnungen des häuslichen Lebens niedeergelassen, und die hohen Buchen, die vom Berge herniedersteigen, scheinen nicht mehr in die strengen Geheim- nisse eines Cisterzienserklostors hineinzuschauen. Die alten Einrichtungen haben neuen Ge- danken und Bestrebungen Platz machen müssen. Durch Herzog Moritz von Sachsen ist das Kloster im Jahre 1543 mit allem Zubehör dem Zwecke des öffentlichen Unterrichts über- wiesen worden. Zu Gottes Lobe, Hülfe der Armen und Trost der Landschaft, sprach er, sollen die Klostergüter verwendet werden. Das alte Kloster-Pforte wurde seit dem Schul- Pforte genannt.

Zu einer Pflanz- und Pflegstätte der Wissenschaft ist die Uebungsstätte klösterlicher Frömmigkeit und Gebetsübung umgewandelt worden. Es ist eine andere Befreiung des Men- schen von den Banden des Irdischen als durch Fasten und Entsagen und leibliche Bereitung, es ist eine andere Verpflanzung in die höhere unsichtbare Welt, in die Welt der Freiheit des Geistes und der Gemeinschaft mit Gott die Erziehung des Menschen durch die W issenschaft; welche nicht bloss die wilden Triebe des Fleisches zu bändigen und die Herzen der Menschen zu stillen Tempeln Gottes zuzubereiten gecignet ist, sondern auch den Beruf hat, die dun- keln Mächte des Staates mit ihrem Lichte und Leben zu durchdringen, und ihn zu einem gött- lichen Reiche umzuschaffen, die wilden Elemente und die rohen Kräfte der Natur zu bewälti- gen und sie ihren himmlischen Zwecken unterthänig zu machen die Erziehung zur Erfor schung und Erkenntniss der Wahrheit, zum Lichte und Leben des sich selbst offonbar werdenden Gei⸗ stes. Das ist der Zweck! Pem ist das Kloster in einer Zeit grosser Thaten und Gedanken gewidmet worden: dem reifen die Saaten, dem grünen die Auen, dem blühen die Gärten, dem schatten die Buchen des Waldes. Diess ist der Zweck: die Bildung zur Wissenschaft, die Entwicklung des sich selbst erkennenden Geistes. Auf ihn muss Alles bezogen werden: Erziehung und Unterricht, Gebet und Andacht, Anstrengung und Genuss; denn von ihm soll Alles erwartet werden: ein neues gereifteres Geschlecht als das der früheren ver gangenen Jahr- hunderte, eine zweite höhere Freiheit als die des ersten unbef angenen Glaubens. das Mannes- alter des Menschengeschlechts, erwiesen in dem sonnenklaren Bewusstsein der erkannten ewi- gen Wahrheit und einem von ihrem Lichte erleuchteten thatenvollen weltgestaltenden Leben. Das Wort des Evangeliums, jenes wunderbare Geheimniss des göttlichen Reiches, das Wort vom Vater und Sohne soll, aber alle Zweifel hinaus gerettet und gegen jede g geistige Anfeindung sicher gestellt, zu einem nieht allein nie wieder zu entreissomden, denn das ist es nie gewe- sen, sondern nie mehr anzutastenden Eigenthume der Menschheit erhoben werden. Wie eine sichtbare Welt uns unaufhörlich umgieht und mit unwidersprechlichem Zeugniss zu unserem sinnlichen Menschen redet, und wie das Bewusstsein unseres leiblichen Lebens und Webens