Druckschrift 
Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen

ö

Drum wendet ſich vielmehr die Pflicht zum Troſt⸗ertheilen Und fleht zu GOtt, daß Er die Wunde Selbſt woll heilen.

Der erſte Troſt⸗Grund iſt getroſt daher zu hohlen, Daß Sie ein ſchneller Tod hab ſchnell zu GOtt gebracht, Wie Ihre Wege Sie voll Hoffnung Ihm befohlen) oee So hat Ers auch im Tod ſehr⸗Wohl mit Ihr gemacht, Sie ſolt vom Tauff⸗Altar zur Bahr ohn Aufhalt ſchreiten,

Diß heiſt zum Himmel ja den Weg Ihr ſchoͤn bereiten.

Was in der Sterblichkeit wunſchwerthes zu erlangen, Begluͤckter Ehren⸗Stand/ erworbner Lugend⸗Preiß/ Das hat in hohem Grad die Seelige empfangen, So iſt Ihr Wechſel ja erwuͤnſcht auf alle Weiß; 3 Die Seele iſt zur Ruh in Himmel eingefuͤhret, 8 Der Leib ſchlaft in der Gruſſt/ der Nachruhm ſtets ſiorirett.

Koͤnt die Hochſeel'ge Frau ſich nochmahls hoͤren laſſen, 1 Sie wieſ' den aͤchzenden auf den Stamm⸗Nahmen an, Und baͤte, daß Er Sichh doch in Gedult woll faſſen, 4 Weil GOtt, der, was Er thut, Wohl macht, den Riß gethan, Er ſolle, als Der nun von Klagen matt und muͤde,

Sorg tragen, daß von Traur in ſeiner Bruſt ſey Friede.

Und damit ſtimmet auch ein unſer Wunſch⸗abſchicken: 3 BO T richt das theurſte Haupt mit Troſt und Labſal auf, Daß Es fuͤhl neue Krafft durch himmliſches Erquicken, Und fuͤr Sein hohes Amt in Wunſch⸗begluͤcktem Lauff;

8 .

X△ 8 35 4

GOtt laß Ihn ſeyn geſetzt zu einem Seegens⸗Zeichen/ 1 und Seines Gluͤckes⸗Flor ſtets den Meriten gleichen. 3 o aAngſt und Grämen fuhlt mein Hertz/ Da mu die Frau von Garb muß ſcheiden? 2 Betruͤbnis/ Sehnſucht/ Kummer/ Schmertz/ D Ja unausſprechlich groſſes Leiden/ 4

Nebſt unermeßlich ſchwerer Pein/ Stellt ſich in meiner Seele ein.

L 2 Der