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Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
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2 Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen 6Ott.

Thriſliche, Bochedle und Borzanſehnliche Trauer Berſammlung.

On der Tauffe in den Todt! von dem Tauff⸗Stein zu dem Grab⸗Stein! von der Gezeugſchafft bey der

NG Tauffe, zu dem treuen Zeugen JEſu Chriſto, von dem Q4Ꝙ G neugebohrnen Kinde zu dem Erſtgebohrnen von den Tod⸗

ten; von dem Anſchauen der Reinigung fremder Suͤnden zur eignen und 2 letzten Rechtfertigung von der Suͤnde, von der Schenckung des geiſtlichen

Lebens zu Erlangung des ewigen Lebens! Welche Wege, welche Gaͤnge 1 ſind das! Und gleichwohlen iſt nach der wunderbahren und verborgenen Fuͤh⸗

rung des Hoͤchſten dieſen Weg gegangen eine auserwaͤhlte Fraul/ die edelſte unter unſern Matronen/ deren ausnehmende Eigenſchafften Sie mehr unter allem Volck unſerer Stadt bekannt gemacht, als ihr Nahme, ich meyne,

die Weiland Frey⸗Reichs Hochwohlgebohrne Frau, Frau Nnna Sibyllaven Garben/ des Heil Rom. Reichs Freyin/ auch Edle Frau von Gilbelli, gebohrne Hey iddin/ des Frey⸗ Reichs Hochwohlgebohrnen Merrn/ Werrn Facob Smanuel von Garben/ des Heil. Roͤm. Reichs Frey⸗Herrn/ auch Edlen Herrn von Gilbelli, Ihro Roͤm. Kayſerl. und Koͤnigl. Cathol. Mafeſtaͤt wuͤrcklich vergeliebdeten Raths und Reſidenten in bey⸗ den loͤbl. Reichs⸗Staͤdten Augſpurg und Ulm betrauteſte/ Hoch⸗ gehaltene und Hertzgeliebteſte Erau Bemahlin/ Hochſeeligen/ Gottſeelgen/ nnd geſeegneten Angedenckens. Man ſahe Dieſelbe letztern Dienſtag einer Tauffe bey dieſem Altar bey⸗ 1 wohnen, der nun in ſeine Trauer eingekleidet, da er damahls auf herrliche Weiſe geſchmuͤcket, man wurde gewahr Ihres ernſtlichen Gebets des Hertzens durch die Regung der Lippen, Sie legete ihre Finger dem zarten Knaͤblein auf, zum Zeichen, daß Sie ſich ſolches wolte empfohlen ſeyn laſſen; man hoͤrte Ihre freundliche und geiſtreiche Gluͤck⸗ und Seegens⸗Wuͤnſche; man

begleitete Sie mit Danckſagung nach Hauß; und ſiehe! bald darauf ſtarb Sie.

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