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Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
42
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Der, weil er allgemein und gleiches Thons ſich weißet/ Macht, daß die Trauer ſelbſt des Traurens Labſal heiſeet.

Wem nur die herbe Poſt zu Ohren iſt gekommen,

Gab gleich mit dieſer Frag Lob und Leid zu verſteh'n:

Ach! hat die Tugend dann den Abſchied ſchnell genommen, So unſer Auge kaum in ſchoͤnſter Bluͤh geſeh'n?

Iſt die Leult ſeeligkeit ſo plötzlich uns entzogen,

So zur Verehrung hat bey erſtem Blück bewogen?

Wann Ihr wird aller Ruhm aufs praͤchtigſt beygeleget, So iſt der Kiel doch nicht mit Schmeicheley befeucht, Weil Sie mit allem Recht des Vorzugs Lrone träͤget Und kein Bered amkeit an die Verdienſte reicht; Der Neid muß ſelbſt ſein Gifft Zaͤhn⸗knirſchend in ſich ſchlingen, Und weiſt nichts Widriges mit Wahrheit aufzubringen.

So hoch der Hochſte Sie an Stand und Gluͤck erhoben, So ſtieg Fhr edler Geiſt doch nicht an Stoltz empor,

Von Sanfftmuth gab vielmehr Sie wunderwerthe Proben/ Weil wahre Gottes⸗Forcht gefuͤhrt den Tugend⸗Chor/

Daraus als einer Quell all Gutes hergefloſſen, So ohne Ziel und Zahl der Neben⸗Mnſch genoſſen.

In ſeinen Dienern GOtt aufs guͤtigſte zu ehren, War Ihres Hertzens Luſt/ es redet auch die That, 2 Da Ihre Lieb zu GOtt hoͤchſt ruͤhmlich zu bewaͤhren, 8 Sie in die Kirch geſtifft ein koſtbaren Ornat/ So als ein Monument der Gottes⸗Forcht wird bleiben Und der Nachkommenſchafft den Nahmen einverleiben.

Sagt welche Unerfreut vor Ihre Augen kommen, Die ihr Verlangen Ihr geziemend angezeigt?. Es ſtimmten Hertz/ Mund/ Hand altzeit bey Jhr zuſammen, Ihr Chriſtliches Gemuͤth war ſtets zur Huͤlff geneigt; Und daß die Wahrheit werd hierinn von Ihr geprieſen, Zeigt bey ſehr groſſer Schaar das milde Thraͤnen⸗flieſſen.

Doch, worzu dienet wohl das lange Ruhm beylegen/ So bey der Menge doch nicht reichet an das Ziel?

Es bringt das hohe Lob nur neues Leid erregen/ Da Zeit und Blat zu eng, und der Verdienſt zu viel;

Drum