Wo nur von einer Seel zwey Leiber ſind belebet,
und zwey Perſonen ſtehn in einer Harmonie, Wo ſtets nach einem Ziel der Beyden Abſicht ſtrebet, Mithin die Eintracht glaͤntzt in nie verwelckter Bluͤh,
Da gibt ja die Vernunfft, ach leider! zu erkennen, Was Kummer bringen muͤß ein unverhofftes Trennen.
Zumahl wann Knall und Fall die Sinnen heiſſet weichen Und ohne einig Wort und letzten Abſchieds⸗Kuß,
Da keine Balſams⸗Krafft erweckt ein Lebens⸗Zeichen/ Man ſein geliebtes Theil erkalten ſehen muß,
Wann lebend ſeyn und todt man zehlet nach Minuten/
Ach das nimmt Staͤrck und Troſt/ und macht das Hertze bluten.
Weil nun ein ſolchjes Leid das theurſte Haupt verletzet,
So hoͤchſte Majeſtaͤt als Rath und Reſident Aus gantz beſondrer Gnad erleſen und geſetzet,
Und die getreue Dienſt mit hoͤchſter Huld erkennt, So ſcheint die Großmuth faſt bey Ihme gantz verlohren, Weil Fhm ſchnell iſt beraubt, was Ihm zur Luſt erkohren.
Kont dort die Trauer nicht Timantis Pinſel zeigen, Und muſt ein Vorhang nur der Ohnmacht Decke ſeyn, So wird mein ſchwacher Kiel gwiß auch ſo hoch nicht ſteigen, Daß mit der tieffſten Klag ſein Ausdruck träfe ein, Weil der Verluſt zu groß/ zu ſchwer das Leid⸗empfinden/ Und das Betruͤbnuͤß⸗Meer durch Wort nicht zu ergruͤnden.
Nur Seufzer koͤnnen hier den Traur⸗Affect vorſtellen,
Das bange Schweigen ſelbſt heiſt da Wohlredenheit/ Auch durch das dunckle Aug muß doch der Glantz erhellen/ So als ein Tugend⸗Strahl zuvor das Hertz erfreut,
und jede Mine gibt gar deutlich zu verſtehen, Wie durch den ſchnellen Riß dem Haupt ſo weh geſchehen.
Da uns ohnmoͤglich fäͤllt zulaͤnglich anzufuͤhren,
Deß Haupt⸗ und Hauſes Klag ob dieſem Todes Fall/ So wollen wir nur kurtz zu letzter Pſticht beruͤhren
Den auſſerhalb erregt betruͤbten Ehren⸗Schall/
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