Druckschrift 
Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
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Oſchnell, Hochſeelge Prau/ hat es der HERR befohlen: Dich von der Welt zu ſich in Himmel abzuholen! Da kaum dein letzter Gang ein Gang zur Kirche war, So wartet ſchon zu Hauß auf Dich die Todten⸗Bahr. Du machteſt Dich bereit, und wolteſt nicht verweilen, Warum? Der HERR befahl dem Himmel zu zueilen. Dein Leiden war verkuͤrtzt; und eh man ſichs verſah,

So war, Hochſeelge Frau/ Dein Lebens⸗Ende da.

Wie ſehr uns dieſes nun betruͤbet und erſchroͤcket,

Das hat bey Deiner Grufft das naſſe Aug entdecket. doch jetzt bedauren wir, wem iſt es unbewuſt?

Weil wir Dich hochgeſchaͤtzt, den ſchmertzlichen Verluſt,

Und ruͤhmen Deine Huld, die Du ſo wohl im Leben,

Als nach dem Tode noch uns zu erkennen geben.

Da unſer Mund Dir nun nicht ſelbſt mehr dancken kan,

So zeigt diß Trauer⸗Blat die Danckbegierde an:

Wir werden Lebens lang an Deine Huld gedencken,

Und wird uns Dein Bemahl die Gnade ferner ſchencken,

Die uns und unſer Hauß bißher ſchon offt erquickt,

So ſchaͤtzen wir uns auch beſonders hochbegluͤckt.

GOtt laſſe dieſen Herrn nun deſto laͤnger leben,

Nach dem du Deinen Geiſt bereits ſchon aufgegeben!

Hiemit empehlen wir das Ammaniſche Hauß/

Und bitten ferner uns Oeſſelben Gnade aus.

So will ein BtuderPaar mit ihren lieben Frauen/

auch einen Danck⸗Altar. zum Angedencken bauen.

Georg Chriſtoph Johann Jacob Amman.

2 Je Dauckbarkeit befihlt, und will es von uns haben,

7 Daß unſre treue Hand, obwohlen Wehmuths⸗voll,

Ein Ehren⸗Denckmahl Dir noch auferbauen ſoll;

Jedoch, da Du dir ſelbſt ein Denckmal aufgerichtet, Daß weder Zeit noch Roſt Lrwalnet und zernichtet, Indem Du ſo gelebt, und ſo geſtorben biſt, Daß Dein Gedaͤchtniß noch bey uns im Seegen iſt; So wuͤrden wir uns nur dismal umſonſt beſtreben, Den ſchon erworbnen Ruhm noch ferner zu erheben; Drum fuͤhren wir auch nichts zu Deinen Ehren an, Dieweil man dich doch nicht genugſam ruͤhmen kan.

Ob man Dich leider! ſchon, Hochſeelge Frau/ begraben,