Die Empfehlung glaubiger Seelengegen GOtt. 7
Wind und Wellen uͤberlaſſen, ohne den Steurmann um Regierung deſſelben
anzugehen, und waͤre bey all eingebildeter Vernunfft dennoch unvernuͤnff⸗ tig: Sie fallen nicht auf eine unglaubige Ungewißheit und wanckenden Zweiffel, ob auch der HERR Acht habe auf ihr Thun, zehle ihr Leiden, ſammle ihre Thraͤnen, oder dergleichen, als geringe Dinge verachte, und ſich darum nicht bekuͤmmere; am allerwenigſten verfallen in eine unſeelige Verzweiflung, als ſeye kein Rath noch Huͤlffe, weder von Aufgang noch vom Niedergang; ſondern ſie ſind voll Glaubens, Vertrauens und Hof⸗ nung zu GOTT; ſie hoffen das beſte von ihm, weil Ers nicht boͤſe meynen
kan, ſie erwarten das Gute von ihm/ weilen, was GOtt thut, das iſt
wohl gethan, und in ſolcher Hoffnung zu GOTT, darinn das Hertz durch die Gnade feſt wird, welches ein koͤſtlich Ding iſt, bleibt ihr Geiſt ruhig,
ihre Gedancken richtig, ihr Gemuͤth froͤlich, und in allem ihre Seele ge⸗
troſt.
Aber eine ſo edle Faſſung des Gemuͤths, eine ſo ſchoͤne Ubung an dem
Empfehlen gegen GOtt/ hat auch einen feſten Grund; und dieſer iſt,
wie der Fortgang der Trauer⸗Rede zeiget; die gegebene Verheiſſung:
“
Ir wirds wohl machen. Puicht und Verheiſſung ſtehen beyſam⸗
men, wie ſie auch zuſammen gehoͤren, das glaͤubige Empfehlen bleibt nicht
ohne das Goͤttliche Wohlmachen, und das Wohlmachen des Hoͤchſten of⸗ fenbahrt ſich allein bey dem glaͤubigen Empfehlen; darum fuͤget die heilige Sprache beydes zuſammen durch das Verbindungs⸗Woͤrtlein Und:
Befihl dem BERRR deine Wege/ und hoffe auf Ihn/ Und Er wirds wohl machen: Denn wo jemand ſch nicht will GOtt befehlen und auf ihn hoffen, ſondern ſich ſelbſt verſorgen/ und das Wollen und Vollbringen von ſeiner Krafft nehmen, den laͤßt der HERR eine Zeitlang wandeln nach ſeinem Rath, und ſich ſelbſt viel ver⸗
geblicher Unruhe machen, ob er etwa ihne noch ſuchen und finden moͤchte, als den HERRN, von welchem alle Huͤlffe kommt/ die auf Er⸗
den geſchicht: Sonſten aber, und wo glaubige Empfehlung und Hoffnung e
iſt, da bleibt das Goͤttliche Wohlmachen gar nicht aus; dann GOtt iſt ge⸗ treu, ſein Wort wahrhafftig, und was er zuſaget, das haͤlt er gewiß; Er macht es aber wohl einmahl vor ſich und ohne ſeine Werckzeuge, denn das iſt ſein Ruhm von Anfang aller Dinge: DOtt ſahe an alles/ was Er gemacht hatte/ und ſihe/ es war ſehr gut/ wann er foͤr⸗ dert was Menſchen hindert, hilfft, wo Menſchen Huͤlffe kein nuͤtze, und endet, wo kein Ausgange der Leiden ſich zelgen, daß alle muͤſſen ſagen, 2u 2 a


