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30) Am 17. Mai des Abends zeigte der Ortsbuͤrger Konrad Schneider an, daß er beim Nachhauſefuͤhren ſeiner Kuͤhe von der Weide an der einen Kuh Kraͤnklichkeit bemerkt habe. Ich begab mich ſogleich an Ort und Stelle und fand, daß die Kuh alle Merkmale des Milzbrandes zeigte; ſie hing den Kopf, hatte truͤbe waͤſſerichte Augen, kalte Ohren und Naſe, zitterte mit den Hintertheilen u. ſ. w. Ich gab ſo⸗ gleich 8 Koͤrner, worauf ſich das Zittern verminderte. Nach einer halben Stunde reichte ich ihr 9 Koͤrner, worauf binnen einer halben Stunde die Ohren und die Naſe wieder warm wurden, das Haar bekam ſeine fruͤhere Glaͤtte wieder, doch hatte das Zittern noch nicht voͤllig aufgehoͤrt; daher gab ich noch 9 Koörner. Nun verſchwand das Zittern gaͤnzlich, es zeigte ſich Luſt zum Legen, die Kuh legte ſich, und das Wie⸗ derkaͤuen ſtellte ſich bald ein. Den folgenden Morgen fraß ſie wieder, wie fruͤher, und gab auch wieder die gehoͤrige Quantitaͤt Milch. indnm ir e n e e 31) Am 26. Mai meldete der hieſige Schaͤfer Meiſinger, es haͤtten ſich bei ſeiner Heerde 3 Stuͤck, 2 Hammel und ein Schaf als milzbrandkrank gezeigt, er habe daher jedem 2 Pul⸗ ver und dem dritten, welches laͤnger krank geweſen, 3 Pulver, jedes 7 Koͤrner enthaltend, eingegeben nach der ihm gegebenen Vorſchrift. Darauf habe ſich ſehr bald ein blutiger Durchfall eingeſtellt, welches ein ſicheres Zeichen des Milzbrandes ſei, die Freßluſt habe ſich wieder gezeigt, und ſo ſeien dieſe 3 Stuͤck voͤllig vom Milzbrande geheilt worden.
Am 27. Mai gegen Abend zeigte der Ortsbuͤrger Konrad Schwab allhier an, daß eine ſeiner Kuͤhe krank ſei. Ich fand den Zuſtand der Kuh ſo ſchlecht, daß ich alle Hoffnung zur Heilung aufgab. Ich erfuhr bei naͤherer Erkundigung zu mei⸗ nem Bedauern, daß die Kuh ſchon fruͤh Morgens ſehr wenig Milch gegeben und wenig Freßluſt gezeigt habe. Der uner⸗ fahrene junge Burſche, der die Kuh wartete, dachte nicht an dieſe boͤſe Krankheit, und glaubte, es wuͤrde ſich von ſelbſt wie⸗ der geben. So hatte ſich die Krankheit im Verlaufe des Ta⸗ ges zur groͤßten Gefahr ausgebildet. Ich gab ihr 8 Koͤrner ein, und da ſich nach einer halben Stunde keine Beſſerung zeigte, nochmals 9 Koͤrner. Hierauf entſtand ein dunkler, ſchwaͤrzlicher, ſehr ſtinkender Durchfall ohne Minderung der ge⸗ faͤhrlichen Zeichen, weßhalb ich nach einer halben Stunde noch⸗ mals 9 Koͤrner reichte. Nun wurde der Durchfall noch ſtaͤr⸗ ker, die Augen blieben beſtaͤndig voller Waſſer, die Haare ſtruppig, die Ohren und Naſe kalt, und ich ſahe ein, daß hier keine Rettung zu hoffen ſei. Nach 1 ½ Stunde ſtarb


