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ſie ſtand ſehr traurig, ohne Freßluſt, ließ den Kopf haͤngen, hatte kalte Ohren und beſonders war die Naſe eiskalt und trocken, die Augen waren truͤbe und waͤſſerig, die Haare ſtrup⸗ pig, und ſie hatte nicht den dritten Theil von der gewöͤhnli⸗ chen Milch gegeben. Ich gab 7 Koͤrner(d. h. Streukuͤgelchen mit Anthrax befeuchtet) in etwas Brod und Mehl, und als ſich nach Verlauf von ½ Stunde etwas Beſſerung zeigte, gab ich ein zweites Pulver von 8 Koͤrnern. Hierauf wurde die Kuh ſichtbarlich beſſer, und als ich bemerkte, daß ſich der Af⸗ ter aufbließ, und zuweilen ſchwarzes Blut in der Groͤße einer welſchen Nuß hervorkam, gab ich nach Verlauf einer Stunde das dritte Pulver, aus 9 Koͤrnern beſtehend. Hierauf wurde das Abtreiben des Blutes befoͤrdert, und die Kuh legte ſich und fing an wiederzukaͤuen. Nach Verlauf einer Stunde brachte man ihr etwas Kleeheu, und ſie zeigte ſolche Freß⸗ luſt, daß man ihr nicht anſehen konnte, daß ſie krank geweſen war. Waͤhrend ich noch mit dieſer Kur beſchaͤftigt war, kam der Ortsbuͤrger Ernſt Scherer und theilte mir mit, daß von ſeinen Kuͤhen, die ſo eben von der Weide gekommen ſeien, die eine, wie er glaube, am Milzbrande krank ſei. Ich eilte ſogleich hin und fand die Kuh ſo gefaͤhrlich krank, daß Jeder, auch ſelbſt der Hirt, der zugegen war, behauptete, wenn das Pul⸗ ver nicht eine beſondere Wunderkraft beſitze, ſo wuͤrde es keine halbe Stunde mehr mit dem Stuͤck dauern, und es waͤre todt.
Der Milzbrand war hier im hoͤchſten Grade ausgebrochen. 26) Die Kuh hing den Kopf, hatte truͤbe in Waſſer ſchwimmende Augen, kalte Ohren und Naſe, zitterte am ganzen Koͤrper, beſonders an den Hintertheilen des Koͤrpers, ſehr heftig, hatte einen dem Anſehen nach ſtark mit Milch gefuͤllten Euter, aber beim Melken gab ſie keinen halben Schop⸗ pen Milch. Ich reichte ihr ſogleich 8 Koͤrner, weil dieſes eine große und ſtarke Kuh war, und als ſich nach einer Vier⸗ telſtunde keine Beſſerung zeigte, gab ich ihr 9 Koͤrner ein. Hierauf wurden die Haare wieder etwas glaͤtter, auch das heftige Zittern minderte ſich etwas. Nach Verlauf einer hal⸗ ben Stunde gab ich das dritte Pulver, aus 10 Koͤrnern be⸗ ſtehend. Bald darauf ward die Kuh ruhiger und legte ſich, und nach Verlauf einer Viertelſtunde kaͤuete ſie wieder, die Ohren und Naſe waren warm, das Zittern hatte ganz aufge⸗ hoͤrt, und bis zum andern Morgen gab ſie die gewoͤhnliche Quantitaͤt Milch wieder, fraß gehoͤrig und war geſund.. 27) Am 4. Mai des Morgens bemerkte der ſchon er⸗ waͤhnte Ortsbuͤrger Johannes Koch, daß ein Ochs nicht freſ⸗ ſen wolle und benachrichtigte mich davon. Ich fand an dem


