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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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trübe aus den in Waſſer ſchwimmenden Augen, hatte glanz⸗ loſes Haar, zitterte ſtark, beſonders an den Hintertheilen des Koͤrpers, die Hoͤrner und Ohren waren kalt. Es wurde dem Thiere eine Gabe Anthracin X 0o in einem Stuͤckchen Brod gereicht, worauf nach Verlauf einer halben Stunde Beſſerung erfolgte. Es wurde nun eine zweite Gabe deſſelben Mittels gereicht, worauf bald das Haar ſeinen Glanz wieder bekam und ſich legte; die Kuh gab wieder Milch und fraß wieder mit der fruͤheren Freßluſt. Mit zwei Gaben des Mittels ward ſie voll⸗ kommen hergeſtellt. ennee 19

2 Dem Bruder des Pachters, Philipp Gerlach daſelbſt, erkrankte einige Tage ſpaͤter eine Kuh am Milzbrande. Sie gab keine Milch, zitterte am ganzen Koͤrper, wankte beim Gehen, fraß nicht. Sie erhielt ſogleich eine Gabe Anthracin X 00000, worauf ſie binnen 2 Stunden wieder Milch gab, und alle Zeichen der Krankheit verſchwanden baldigſt, ſo daß keine zweite Gabe des Mittels nothwendig war.

3) Der Rechner Joh. Gerlach daſelbſt bemerkte auf dem Felde beim Laden eines Fuders Gerſte, daß einer ſeiner ſtar⸗ ken Ochſen, nachdem dieſer kurz vorher voͤllig geſund war, ploͤtzlich anfing zu zittern, den Kopf haͤngen ließ, traurig war und beim Gehen ſo wankte, daß man das Thier nur mehr gezogen, als gefuͤhrt in den Stall bringen konnte. Noch ehe es jedoch den Stall erreichte, gab man ihm eine Gabe An⸗ thracin ein, und obgleich einige Beſſerung eintrat, die Kaͤlte der Ohren und Hoͤrner ſich verlor, auch einige Freßluſt wie⸗ derkehrte, ſo gab man doch nach einer Stunde eine zweite Gabe Anthracin ein. Bald darauf legten ſich die Haare wie⸗ der glatt, das Zittern verſchwand gaͤnzlich. Zur Vorſicht gab man nach einigen Stunden noch eine Doſis und ſo war das Thier den andern Tag ſo voͤllig hergeſtellt, daß es ſeine fruͤ⸗ here Arbeit wieder verrichten konnte.

4) Abends 7 Uhr erkrankte im Stalle des Pachter Ger⸗ lach eine Kuh, gab keine Milch, zitterte, Ohren und Hoͤrner waren bald heiß, bald kalt anzufuͤhlen, ſie ließ den Kopf haͤngen, das Haar war glanzlos und ſtruppig. Sie erhielt ſogleich eine Gabe Anthracin und, da keine Beſſerung ſichtbar wurde, nach einer halben Stunde eine zweite. Nach einer Viertel⸗ ſtunde ließ das Zittern nach, die Kuh ſah munterer ſich um, zeigte auch wieder einige Freßluſt. Indeſſen ſtellte ſich nach einer halben Stunde abermals wieder Zittern ein, weßhalb ſogleich eine dritte Doſis gereicht wurde. Nun beſſerte ſich das Thier und bekam bald die gehoͤrige Freßluſt, gah wieder Milch und den andern Tag war ſie vollkommen hergeſtellt.