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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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man die Mundung des Glaͤschens unter dem Einſchnitt, wo die Feuchtigkeit herausfließt, unterhaͤlt. Bei dieſem Geſchaͤft thut man wohl, ein Paar alte Handſchuh anzuziehen, die man

nachher, wenn man auf die angegebene Weiſe das Gift aufge⸗

fangen hat, ausziehet. Iſt dieſes geſchehen, ſo korkt man das Glaͤschen feſt zu und miſcht die aufgefangenen Tropfen mit den in dem Glaͤschen befindlichen 99 Tropfen Weingeiſt auf das innigſte, indem man mit dem Arm, deſſen Hand das Glaͤschen haͤlt, zehn Mal ſchnell und kraͤftig in der Luft auf und nieder ſchlaͤgt. So erhaͤlt man die erſte Kraftentwickelung und ſchreibt auf den Kork, um jedem Irrthum zu entgehen, ſogleich: Anthraxr Nr. 1. Um nun die zweite Kraftentwicke⸗ lung(Nr. 2.) zu erhalten, giebt man aus dem Glaͤschen Nr. 1. einen Tropfen in das zweite in der Reihe ſtehende Glaͤschen, das ebenfalls mit 99 Tropfen Weingeiſt angefuͤllt iſt, und miſcht dieſes eben ſo, wie Nr. 1., nachdem man beide Glaͤschen ſo bald wie moͤglich feſt zugekorkt hat, durch 10 Armſchlaͤge und

ſchreibt dann wieder ſogleich: Anthrax Nr. 2. Auf dieſe Weiſe

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bereitet man alle folgende Kraftentwickelungen bis auf die drei⸗ ßigſte unter Beobachtung derſelben Vorſchriften und Vorſichts⸗ maßregeln. Habienan 30 Kraftentwickelungen des Heilmittels bereitet, ſo iſt die dreißigſte diejenige, die man zum Heilen des Milzbrandes benutzt. Man nimmt nun ein ganz neues, reines Glaͤschen, welches dieſelbe Groͤße haben kann, ſucht fuͤr daſſelbe einen neuen gutſchließenden Kork, fuͤllt das Glaͤschen um ² mit Streukuͤgelchen, die aber nur aus Staͤrkemehl und etwas Zucker bereitet ſein muͤſſen, ohne Geruch und ohne Gewuͤrz, wie man ſolche bei Zuckerbaͤckern fertigen laſſen kann, wobei man aber, auf die ſtrengſte Redlichkeit des Zucker⸗ baͤckers rechnen zu koͤnnen, uͤberzeugt ſein muß; denn durch irgend eine auch noch ſo geringe Beimiſchung riechender oder gewuͤrzhafter Subſtanzen wuͤrde das ganze Heilpraͤparat voͤl⸗ lig untauglich und unwirkſam werden. Hat man ein Glaͤs⸗ chen mit dieſen gut zubereiteten Streukuͤgelchen nur 7 ange⸗ fuͤllt, dann befeuchtet man dieſe mit drei Tropfen der dreißig⸗ ſten Kraftentwickelung Anthracin, korkt das Glaͤschen ſogleich wieder zu und ſchuͤttelt nun daſſelbe ſtark hin und her und ſeitwaͤrts, bis man deutlich ſieht, daß alle Streukuͤgelchen be⸗ feuchtet ſind. Alle dieſe 31 Glaͤschen ſtellt man in ein aus Pappe angefertigtes Kaͤſtchen, welches am ſicherſten neu ge⸗ macht ſein muß, wenigſtens darf daſſelbe unter keiner Bedin; gung vorher zu wohlriechenden Sachen und dergl. gebraucht worden ſein, ſonſt wuͤrden derartige Geruͤche das ganze Praͤ⸗ parat ſehr leicht voͤllig unwirkſam machen. Die mit Anthrax