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Die welſchen Huͤhner werden gleichfalls vor Ausbruch
des Milzbrandes traurig, ſtraͤuben die Federn, freſſen nicht, endlich ſchwillt ihnen der Kopf oder die Zunge an; dieſe Theile werden blau, ſchwarz, brandig, und die Thiere fallen todt nieder. Die Gaͤnſe werden matt, traurig, freſſen nicht, hinken im Gehen, machen mit dem Kopfe unregelmaͤßige Bewegun⸗ gen, erheben den Ruͤcken, und zeigen ſich am ganzen Koͤrper ſehr empfindlich. Endlich zeigt ſich der Brand am Schnabel, an der Zunge, an der Schwimmhaut der Fuͤße, unter hefti⸗ gem Durchfall fallen ſie todt nieder.
H9. Von der Diagnoſe des Milzbrandes.
Von der Rindviehpeſt unterſcheidet ſich der Milzbrand:
1) Der Milzbrand befaͤllt nicht allein das Hornvieh, ſon⸗ dern alle Hausthiere, waͤhrend die Rindviehpeſt nur das Hornvieh ergreift. 11e
2) Der Milzbrand toͤdtet in der Regel viel ſchneller als die Rindviehpeſt, welche ſelten vor dem 4— 5 Tagge toͤdtet.
3) Der Milzbrand geht nicht ſo ſchnell und beſtimmt von einem Stuͤck zum andern uͤber, ſondern toͤdtet bald hier, bald dort ein Stuͤck, oft nur in einer Heerde ein einziges Stuͤck. Die Rindviehpeſt ergreift ein Stuck nach dem andern, iſt 5 inmnal ausgebrochen, und leert in der Regel den ganzen
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4) In den Gegenden, wo der Milzbrand vorzuͤglich mit Beulen und Geſchwuͤlſten auftritt, geben dieſe ein charakteri⸗ ſtiſches Unterſcheidungszeichen von allen uͤbrigen Viehkrankhei⸗
ten, ſo wie auch von der Rindviehpeſt.
5) Bei der Section der am Milzbrande geſtorbenen Thiere finden wir die im naͤchſtfolgenden§. angegebenen cha⸗ rakteriſtiſchen Data, die man bei der Rindviehpeſt nicht antrifft.
Vom ploͤtzlich eingetretenen Schlagfluß unterſcheidet man den Milzbrand ſehr leicht durch die Section; denn bei er⸗ ſterem finden wir die Organe nicht zerſtoͤrt, wie bei letzterem.


