26
heiß, die Zunge gelbſchleimig belegt; die Ohren und Fuͤße ſind kalt, entweder iſt jede Freßluſt verſchwunden, oder das Thier frißt mit großer Begierde und knirſcht dabei mit den Zaͤhnen; der Athem iſt kalt und ſtinkend; es fließt auch wohl mißfarbiger Schleim aus der Naſe; es kollert im Leibe; eini⸗ gen ſchwellen die Hinterfuͤße, oder es fahren ſchwache Ge⸗ ſchwuͤlſte am Bauche oder vor der Bruſt auf, die zuweilen wieder vergehen oder ſich vergroͤßern oder auch ſchnell vergehen, worauf ſchneller Tod erfolgt. Es ſtellen ſich auch wohl Bla⸗ ſen und Blattern innerhalb der Schenkel ein, aus denen blu⸗ tiges Waſſer rinnt; es laͤuft Blut aus der Naſe, ein ominoͤ⸗ ſes Zeichen, denn ſehr bald ſtuͤrzen die Pferde todt nieder. Der Kopf haͤngt tief herab, die Fuͤße ſind tief unter dem Leib ge⸗ ſtellt; die Haare ſtruppig; Hitze wechſelt mit Froſt; dann ent⸗ ſteht brennende Hitze; die Haut zuckt, es tritt kalter zaͤher Schleim ein; die Augen werden geroͤthet, ſind lichtſcheu; das Gehoͤr vermindert; der Bauch wird aufgetrieben und geſpannt. In den Augenwinkeln ſammelt ſich ein ſchmieriger Schleim; aus der Naſe fließt ein brauner, blutiger, ſchwaͤrzlicher Schleim; eine ſtinkende duͤnne Jauche fließt aus dem Maſtdarme. Die Hautzuckungen, ſo wie die Bauchaufblaͤhung nehmen immer mehr zu; es entſteht oft eine Geſchwulſt am Vorderkopf, un⸗ ter den Ganaſchen, an der Bruſt, an den Fuͤßen, auf dem Ruͤcken, an den Hinterbacken. Die Geſchwulſt am Kopfe dehnt ſich bisweilen ſehr aus bis zur Unfoͤrmlichkeit, das Schlin⸗ gen und Kauen wird unmoͤglich. Gliedmaßen werden gelaͤhmt, je nachdem die Geſchwuͤlſte ihren Sitz genommen haben. Ei⸗ nige verrathen alle Zeichen des Kollers, entweder des raſenden, oder auch des ſtillen Kollers, ſchieben beſtaͤndig mit dem Leib vorwaͤrts, ſtecken den Kopf in den Barren, ſtampfen und tre⸗ ten mit den Fuͤßen oder ſind immer betaͤubt, ſtumpfſinnig, tau⸗ melnd. Andere geben Zeichen von Kolikſchmerzen mit Leibes⸗ verſtopfung verbunden, ſcharren mit den Fuͤßen, waͤlzen ſich, ſind traurig und ſchwellen hie und da an. Andere athmen ſehr beſchwerlich, huſten dumpf und ſchmerzhaft, jeder Druck an der Bauchgegend iſt ſehr empfindlich und vermehrt den Huſten, ſie koͤnnen ſich nicht legen; laͤngs den falſchen Rippen bildet ſich bei jedem Athemzuge eine tiefe Rinne; es entſtehen neue Ausſchlaͤge, Anſchwellungen und Windgeſchwuͤlſte, krebs⸗ artige Geſchwuͤre auf der Zunge.— Zu den vorherrſchenden Kennzeichen des Milzbrandes bei Pferden wird der mißfarbige roͤthliche Naſenausfluß gerechnet, und deshalb die Krankheit von einigen franzoͤſiſchen Arzten akuter Rotz(morre aigue) ge⸗ nannt. Der Puls iſt klein, ſchwach und ſehr beſchleunigt


