Druckschrift 
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen

15

ſind, liegen zentnerſchwer dahin; das Auge iſt geſchloſſen; oͤff⸗ net man es, ſo ſcheint es wie erſtorben zu ſein, giebt man ih⸗ nen Waſſer, ſo trinken ſie ſolches nur dann in haſtigen Zuͤ⸗ gen, wenn ſie durch unſanfte Stoͤße dazu ermahnt werden; angerufen erwachen ſie nicht aus dem Dahinſtarrenz die Zunge i*ſt eingeſchrumpft, einer Baumrinde aͤhnlich, hin und wieder aus dem Maule haͤngend; der Bauch aufgetrieben, die Mi⸗ ſtung fluͤſſig; der Harn hell und roͤthlich; das Herz klopft zit⸗ ternd, die Pulſe ſind ſchwach und unfuͤhlbar. Oder es ſinkt die Reproduction zu ſehr in dieſem Stadio, ſo daß Entmiſchung der Materie entſteht, dann finden wir beim Hornvieh ſchmutzige, blaͤulichte, glaſige, waͤſſerichte Augen, in deren innern Win⸗ keln ſich eiteriger Schleim anſetzt; das Maul iſt voll Geifer, der wie ein Faden aus demſelben herabhaͤngt; die Zunge iſt ſchwaͤrzlicht oder mit einem Schleim belegt; mit aͤhnlichem ſtinkenden Schleime iſt auch das Zahnfleiſch umzogen; der Athem ſtinkt, die Zaͤhne wackeln; die aufgefahrnen Beulen, Knoten und Wuͤlſte werden weich, ſulzig und teigicht, dehnen ſich weit uͤber den Bauch aus, und bilden beſonders an den Hinterfuͤßen haͤngende Geſchwuͤlſte. Die Spitzen der Hoͤrner und das Flotzmaul, das Riſſe bekommt, ſind kalt. Der Grund der Hoͤrner und die Huͤfe, die innere Seite der Fuͤße, das Geburtsglied, die Zitzen, der Maſtdarm, und das Innere des Maules haben ein ſtechendes Gefuͤhl von Hitze; die Mi⸗ ſtung iſt gruͤnlicht, mit Schleime untermiſcht, jauchig, blutig, aashaft riechend, an den Fuͤßen herabrinnend, und ſelbige oft aufaͤtzend; der Bauch ſehr geſpannt; unter der Haut tritt Luft aus, daß ſelbige beim Befuͤhlen rauſcht. Das Herz pocht zitternd, die Pulſe ſind klein, beinah ohne Contraction; die Fuͤße ſchwellen an und werden unfoͤrmlich. dou 4.* Bei Anſtellung eines Vergleichs dieſer Darſtellung des MNillzbrandes mit der von mir angegebenen wird man finden, daß der von mir beobachtete Milzbrand im Weſentlichen durch⸗ aus dieſem eben beſchriebenen gleich iſt. Indeſſen verlief die Krankheit in den allerwenigſten von mir beobachteten Faͤllen ſo ſchnell, daß man nur mit der groͤßten Sorgfalt die von Am⸗ Pach ausfuͤhrlich geſchilderten Stadien unterſcheiden kann. Bei den meiſten Stuͤcken war der Verlauf der Krankheit ſo außeror⸗ dentlich ſchnell, daß durchaus keine Stadien⸗Eintheilung moͤglich war. Sehr richtig bemerkt auch der oben angefuͤhrte Schrift⸗ ſteller in einem§., der von dem unregelmaͤßigen Verlauf des Milzbrandes handelt, Folgendes, was mit meinen Beobachtun⸗ gen und Erfahrungen hier in der Wetterau voͤlli uͤbereinſtim⸗ mend iſt. Er ſagt: Das erſte Stadium iſt oft von einer ſol⸗