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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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Naſe und man beobachtet ſchnellen Übergang der Kadaver in Faͤulniß.

Kauſch giebt folgende Symptome des Milzbrandes an: Beim jaͤhen Tode ſieht man nichts, als Bedraͤngniß des Ath⸗ mens, eine Art von Bruſtkrampf, bei dem ſchaͤumendes Blut aus dem Maule fließt, und wobei ſehr oft Zuckungen das nahe Ende zu verkuͤndigen pflegen. Dauert die Krankheit laͤnger, ſo erfolgt Tod oder Beſſerung nach 2, 3, 4, auch 7 Tagen. Die Symptome ſind ſchneller Puls(auch wohl, doch ſelten, von nahe an 100 Schlaͤgen in der Minute), heißes Maul, kurzer Athem, etwas Huſten, maͤßige Hitze, Schwaͤche, bei manchen Geſchwuͤlſte und Beulen. Die Freßluſt hoͤrt bei vie⸗ len Stuͤcken auf, bei vielen dauert ſie, obgleich vermindert, bis an den Tod fort. Traurigkeit, kalte Ohren, kalte Hoͤrner und dergl. kommen hier, wenn es ſchlimm iſt, ſo gut, obgleich nicht ſo allgemein, als bei der aͤchten Seuche vor. Bei man⸗ chen Stuͤcken tritt das Übel auch mit Zittern des Fleiſches und des Felles ein. Iſt die Freßluſt weggeblieben geweſen, und findet ſie ſich wieder, ſo darf man darauf nicht, wie in andern Epizootien, bauen; der Tod folgt dieſer neuen Außerung der Freßluſt oft auf dem Fuße nach. Intermiſſionen ſind zu An⸗ fange uͤberhaupt nichts Seltenes. Den krepirten Stuͤcken fließt gern Blut aus dem Maule und After, nach dem Tode laufen ſie gar bald ſehr auf und der ſchnelle Vorſchritt der Faͤulniß iſt um deſto auffallender, wenn man erwaͤgt, daß noch vor Kurzem ein ſolches Rind muthig herumgeſprungen iſt.

Adami beſchreibt den Milzbrand folgendermaßen:

Gewoͤhnlich war ein ſtilles und weniger lebhaftes Ausſe⸗ hen; aufgeborſtene Haare; unterdruͤckte und mehr oder weniger geſchwindere Schlaͤge des Herzens und der Arterien; truͤbe und in ihren Winkeln naſſe, oft triefende Augen; ſchief herab⸗ haͤngende Ohren; das ausgebliebene Wiederkaͤuen; die Ver⸗ ſtopfung; ein ſtarkes Zittern. An verſchiedenen Theilen des kranken Thieres, als: an den Kinnbacken, vorne an der Bruſt, an den Schultern und Huͤften, in den Weichen, an den Schen⸗ keln, auch beim Schlauche(und an dem Euter der Kuͤhe), fuhren ploͤtzlich Beulen auf, die ſehr ſchnell groß wuchſen. Wenn ſolche Stuͤcke uͤbrigens gut gepflegt wurden, dann ka⸗ men ſie gemeiniglich davon; ſonſt wurden ſie bauchſchlaͤgig, es ſtellte ſich ein ſtarkes Zittern ein, und hierauf ſtarb das Thier meiſtens den zweiten, dritten oder vierten Tag der Krankheit. Auffallend war dabei, daß das kranke Vieh nicht ſelten bis zum Hinfallen fraß und ſoff. Auch iſt es merkwuͤrdig, daß die