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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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Von den Kennzeichen des Milzbrandes beim Hornvieh.

Die Symptome, die ich in hieſiger Gegend beobachtete und die von Sachverſtaͤndigen ſeit laͤnger als 20 Jahren beob⸗ achtet wurden, ſind folgende. Der Milzbrand iſt ſchnell verlau⸗ fend und toͤdtet entweder ploͤtzlich oder in wenigen Minuten, oder in 4 24 Stunden, wenn nicht zweckdienliche Mittel den ſchnellen Fortſchritt der Krankheit in ihrem ſchnellen Verlauf zu hemmen vermoͤgen. Weit ſeltener verhaͤltnißmaͤßig ſah ich einen langſamern Verlauf, wo die Krankheit 2 4 Tage dauerte. Sehr oft erkrankt das Vieh und ſtirbt ſo ſchnell, daß man kaum Zeit hat, noch ein Mittel einzugeben. Haͤufig ſtirbt das Vieh Nachts, wenn es Abends vorher noch friſch und geſund war, mit der gewohnten Freßluſt fraß und trank. Auf der Weide oder auf dem Felde mitten in der gewohnten Arbeit faͤngt ein Stuͤck an zu zittern, welches einige Minuten anhaͤlt, worauf es todt niederfaͤllt. Dauerte die Krankheit in⸗ deſſen wenigſtens eine, oder mehrere Stunden, ſo beobachtete ich folgende Kennzeichen. Das Thier hoͤrt ploͤtzlich und ganz unerwartet auf zu freſſen und wieder zu

auen, ſteht wie betaͤubt da, mit bisweilen bis unter die Krippe häͤngendem Kopfe, oder legt auch wohl, als waͤre der Kopf zu ſchwer, den Frof. auf die Raufe oder Krippe, oder wirft den Kopf mit Heſtigkeit in die Hoͤhe und ſeitwaͤrts, oder dreht den Kopf nach oben und bewegt denſelben unruhig in der Luft herum, wobei einige Thiere bruͤllen, aͤchzen, ſtoͤhnen. Einzelne ſind dabei boͤsartig und ſtoßen nach den Waͤrtern. Die Augen, die ſtarr, lotzend ſehen, ſchwimmen gleichſam im Waſſer, und thränen haͤufig; das Weiße des Augapfels iſt mehr oder weniger oder auch gar nicht geroͤthet. Die Ohren,

oͤrner und die Naſe ſind bald heiß, bald kalt, welcher Wechſel in Minuten zu beobachten iſt; oft iſt die Kaͤlte dieſer Theile gleich zu Anfange der Krankheit vorherrſchend und haͤlt an bis zum bald

erfolgenden Tode. Einigen fließt blutiger Schleim aus

der Naſe; einige knirſchen mit den Zaͤhnen; den meiſten laͤuft ein zaͤher Geifer aus dem Maule. Einige athmen ſchnell und aͤngſtlich und ſchlagen mit den Flanken, wobei ſie auch wohl kurz huͤſteln. Die Stuhlausleerung iſt meiſt unterdruͤckt, ſo wie der Harnabgang bei einigen; erfolgt auch Stuhlgang, ſo iſt